Urban Lights Ruhr: Laser Requiem für einen Turm

Licht- und Maschinenkunst im kritischen regionalen Bezug zu Bergkamen

Urban Lights Ruhr von Urbane Künste Ruhr leitet ein neues Lichtkunstformat bestehend aus der Kombination temporärer Lichtarbeiten und einem projektabrundenden Symposium in der Kulturmetropole Ruhr ein. Nach dem Auftakt 2012 in Unna stand dieses Mal Bergkamen im Scheinwerferlicht.

Es war einmal ein neues vielversprechendes Stadtzentrum in den 70er Jahren. Nach 15 Jahren Leerstand kommt der Wohnturm in Bergkamen nun aber weg. Was bedeutet das für eine Stadt mittlerer Größe, die schon so lange mit einem Hochhaus im Zentrum gelebt hat?

Wie sah es aus in den rosigen Zeiten nach Fertigstellung und Bezug der Immobilie? Warum gelang es so lange nicht, die Bausünde durch Stadt- und Raumplanung wett zu machen? Was tritt einst – nach dem Abriss - an ihre Stelle? Diesen Fragen geht Urban Lights Ruhr in der durch osas Laser- und Hörspielinstallation Discharge/Recharge medial erweiterten Fassade des Wohnturms nach.

 

Gleich nebenan auf dem verlassenen Parkdeck eines ehemaligen Einkaufszentrums macht ein Industrieroboter Kunst. Sender scheint wie ein entlassener Arbeiter seinem Berufsalltag in der Montagehalle entflohen. Früher standen hier noch die Automobile unter freiem Himmel, die er einst zusammen geschweißt und geschraubt hat. Jetzt schwenkt er Fahnen und malt Lichtchoreografien in den Abendhimmel. Den Bürgern Bergkamens scheint diese von der Gruppe realities:united inszenierte neue Freiheit und Freizeit der Maschine zu gefallen.

 

Text: Boris Alexander Knop

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Fr, 15.11.2013 0

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29.11.2009

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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