Ruhrtriennale 2012: Mit Heiner Goebbels auf der Probe

„Gewissermaßen die Kunst der Welt ins Ruhrgebiet bringen“

Unter der künstlerischen Leitung von Heiner Goebbels läuft die Ruhrtriennale 2012-14. Seine Inszenierung von John Cages Europeras 1&2 in der Jahrhunderthalle Bochum setzt an, die Ruhrtriennale endlich wieder dahin zu heben, wo sie einst unter Gerard Mortier stand und begeisterte. Nichts Geringeres als die Wiederentdeckung des Theaters als gewaltiges Medium gepaart mit dem in den Veranstaltungsorten fühlbaren schöpferischen Geist der Industriellen Revolution wird hier gefeiert.

 

Die Eröffnung des Musiktheater mit einem fast noch nie gespielten Werk von John Cage hat diese beiden Kräfte unter Einsatz modernster technischer Mittel im Gewand der Avantgarde zusammen geführt. Europeras 1&2 in der Jahrhunderthalle Bochum war nur der atemberaubende Auftakt zu einem feinen szenischen Feuerwerk allererster Güte sein.

Dabei werden Heiner Goebbels Weltklasse, sein sicheres Gespür für Qualität und Authentizität und sein superbes Netzwerk für die darstellenden, bildenden und musikalischen Künste in ihren Spielarten und Verschränkungen nun bis Ende September fast täglich unter Beweis gestellt.

 

Hier geht kein Vorhang auf, hier wird Theater unter kompromissloser Offenbarung und Einbindung all seiner Zeichen in höchst produktivem Sinne an seine Grenzen gebracht. Goebbels weiß sehr genau um diese harte Arbeit, der Befreiung von den festen Genre- und Spartenbegriffen und gibt sich auf seine Art und Weise sympathisch bescheiden: „Ich mache mein eigenes Programm.“

 

 

Anlässlich einer öffentlichen Probe zu Europeras 1&2 hatte Dr. Dieter Nellen, Referatsleiter Kultur und Sport beim Regionalverband Ruhr (RVR), Studenten des Instituts für Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum in die Jahrhunderthalle eingeladen. Dort stand ihnen Heiner Goebbels zu den Themenbereichen souveräner Zuschauer, Theater Entdecken und Institutionalisierung des Theaters Rede und Antwort.

 

 

Text: Boris Alexander Knop

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So, 30.09.2012 0

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29.11.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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