Ruhr Atoll - schwimmende Landschaften auf dem Baldeneysee

Was haben ein Eisberg, ein U-Boot und ein Teehaus gemeinsam? Alle Drei schwimmen auf dem Baldeneysee und bilden miteinander das „Ruhr-Atoll“.
Das durch den Konzeptkünstler Norbert Bauer initiierte Projekt widmet sich den Themen Klimawandel und Erderwärmung.

Das Ruhr-Atoll entstand durch die gemeinsame Arbeit von renommierten Künstlern und Wissenschaftlern und setzt ein Zeichen, dass Kunst und Energie, Wissenschaft und Ökologie keine Widersprüche sind. Der Baldeneysee selbst ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich nur durch Bewegung etwas ändert. Ursprünglich zur Reinigung und Regulierung der Ruhr angelegt, ist der Baldeneysee nun eines der beliebtesten Naherholungsziele. Jedes Team greift auf ihre Weise die Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts auf: Energie, Wirtschaft und Wissenschaft!

 

Illya und Emilia Kabakov- „Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen“

Ein rostiges mechanisches Monstrum pumpt Wasser aus dem See von hier nach dort und hält somit technischen Ehrgeiz und menschlichem Streben den Spiegel vor.

U-Boot- Ich kann, weil ich will, was ich muss

Politisch medial wechselt das U-Boot von Andras M. Kaufmann und Hans-Ulrich Reck zwischen den Wahrnehmungsebenen: Das U-Boot ist von außen eine Kriegswaffe und von innen ein künstlerisches Archiv aus Hunderten von CNN-Nachrichtenbildern. Das Duo, bestehend aus einem Kunsthistoriker und einem Künstler, thematisiert durch das U-Boot Kriege um Energie und andere zivilisatorisch bedeutende Ressourcen. Im inneren des U-Bootes erscheint eine Fotocollage. Dabei ist sie so beleuchtet, dass das Kant Zitat :“Ich kann, weil ich will, was ich muss“ erscheint.

ICE BERG- Lars Kindermann und Andreas Kaiser

Einen naturwissenschaftlich-künstlerischen Akzent setzt der ICEBERG des Künstlers Andreas Kaiser und des Polarforschers Lars Kindermann.
Der ICEBERG ist eine medial aufbereitete camera obscura. Durch ihre optisch-akustische Datenfülle wird der Betrachter in eine Forschungsstation versetzt. Lars Kaiser zweifelt nicht an der Zusammengehörigkeit von Kunst und Wissenschaft: „ Was ist Kunst sonst, als Wissenschaft?“

Frosch und Teemeister- ein Dialog von Kazuo Katase und Michaels Wilkens

In diesem Projekt stießen ein Architekt und ein Künstler aufeinander und behandeln die Grundbedürfnisse des Menschen: Fester Boden unter den Füßen, ein Dach über dem Kopf, Wasser, Nahrung. Die Welt dreht sich ihrer Meinung nach viel zu schnell.
Man sollte sich besinnen, weniger haben und mehr sein.

Autor: Mira Prgomet

Kamera & Schnitt:

still / moving pictures

Tom Smiljanic

digital artist

www.tsproduct.com

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Sa, 29.05.2010 1

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Kommentare

Bewegung

Nur durch Bewegung ändert sich die Welt: Und Ruhr-Atolle bringen wirklich Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst neu zusammen - das ist Bewegung für drei Welten, genauer: für Welten, die sich schon selbst als Beweger und Bewegte sehen. Was ist mit denen, die sich nicht als Beweger sehen, die still sehen? Lassen Sie sich dann bewegen? Fahren Sie überhaupt bis zum Baldeneysee? Klar sind sie willkommen und auch eingeladen, doch reicht das? Für mich ist das der eigentliche Maßstab für Bewegung: Das neue Momentum für Unbeteiligte und bisher Unbewegte - das meint nicht unbedingt schlecht gebildete oder verarmte Menschen; das meint auch jene Menschen, die in ihrer Arbeitswelt verroht sind, die in Schulen frustriert Dienst schieben und die in Ämtern perspektivlos an in Indien geschriebene Softwareprogramme dienen müssen. Die Zahl der Stehenden ist gewaltig - der Baldeneysee ist hoffentlich der Stein im See der Stehenden, der Wellen wirft...

Über den Autor

29.11.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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