Der Komponist Éric Serra findet Computer richtig gut
Aber das Internet schmälert seinen Verdienst
Éric Serra, 52, ist ein weltbekannter Musiker und Komponist, auch wenn man seinen Namen nicht direkt in den Charts findet. Aber seine Filmmusiken kennt jeder Kinogänger: Noch mehr als seinen düsteren, technoiden und deshalb umstrittenen Bond-Soundtrack zu „Golden Eye“ kennt man seine kongenialen Soundtracks für Luc Bessons Filme. Insbesondere „Im Rausch der Tiefe“ (1988), „Nikita“ (1990), „Léon – Der Profi“ (1994) und „Johanna von Orleans“ (1999) dürften den Fans dieses Regisseurs vertraut sein.
Im Rahmen des letzten Forum d'Avignon äußert sich Éric Serra zu der Art und Weise, wie ihn der in den späten Achtzigern aufkommende Computer in seiner Arbeit voran gebracht hat und wie das Internet seit den Neunzigern sein Leben und das vieler seiner Künstlerkollegen verändert hat.
Serra sagt, der Computer sei das Beste, was ihm passieren konnte. Ohne den Computer hätte er keine sinfonische Musik kreieren können – schließlich sei er Autodidakt und habe nie gelernt, mit Notenpapier und Bleistift zu komponieren. „Aber Spur auf Spur zu schichten, erst die Streicher, dann die Holzblasinstrumente, und dann das Ergebnis direkt zu modifizieren, das hat mir enorm geholfen.“
Finanziell jedoch hatte der Siegeszug von Computer und Internet gar nicht so positive Auswirkungen: „Das hat mein ganzes Leben verändert und war keineswegs bloß ein Detail. Schauen Sie, vor 15 Jahren habe ich zehn Mal so viel mit meiner Arbeit verdient wie heute.
Es sind nicht bloß 20 Prozent weniger als damals, nein, es ist tatsächlich nur ein Zehntel von damals – weil die Leute keine CDs mehr kaufen, sondern sich die Musik umsonst downloaden.“
Klare Kante: „Das Geld, das wir Musiker per Urheberrecht oder GEMA im Internet verdienen, ist lächerlich – ich würde es symbolisch nennen, so wenig ist es.“ Als Musiker müsse er heutzutage viel mehr machen, findet das jedoch spannend und reizvoll: „Ich komponiere Soundtracks, veröffentliche Soloalben, ich gebe Konzerte, schreibe Bücher, ich male – und poste alles auf meiner Website! Das wäre vor 20 Jahren nicht möglich gewesen.“
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