tempus.ruhr, der Film - Ein Zeitraffer Nachtschicht

Wer eine Filmkamera am Arm eines Riesenkrans anbringt, muss Ungewöhnliches vorhaben. So wie Rocco Helmchen. Ein Jahr lang arbeitete der Mediendesigner aus Bottrop auf seiner Baustelle Tempus. Und schuf mit seinem 360° Film eine bildgewaltige Hommage an seine Heimat, das Ruhrgebiet.

Er filmte aus extremen Perspektiven, schnitt, überblendete und fügte die besten Einstellungen zu einem Film zusammen, der speziell für die 360° Grad Ansichten in Planetarien gedacht ist. Zur Extraschicht am 19. Juni wird tempus.ruhr - Ein Zeitraffer Nachschicht im Bochumer Zeiss Planetarium Premiere feiern.

Ruhremotionen

Bei der Zusammenstellung der gezeigten Orte war Proporz für Helmchen kein Thema: "Das ist eine völlig subjektive Zusammenstellung. Schließlich sollte es ja kein offizieller Imagefilm werden." Gleichwohl weckt Tempus diese Emotionen, die Menschen aus dem Ruhrgebiet so eng mit ihrer Heimat verbinden.

Die planetarische 360° Perspektive sowie der Umstand, dass Helmchen mit dem nagelneuen Projektionssystem im Zeiss Planetarium Bochum viele zusätzliche Optionen hat und zudem auch echtes Schwarz darstellen kann, stellen den Film schon rein technisch auf eine High-End-Plattform.

Dazu kommen der optische Spannungsaufbau und die Tempowechsel, unterlegt von elektronischer Musik, die mal sphärisch im Stil von Jean Michel Jarre, mal treibend wie die Born-Slippy-Sounds von Underworld klingen. "Den Film habe ich, entgegen meiner sonstigen Arbeitsweise, zunächst völlig ohne Ton geschnitten", sagt Helmchen. Und dass das kein Nachteil sein muss, stelle der Film durchaus unter Beweis, findet er.

Die Sounds steuerte Johannes Kraas, Student an der Musikhochschule Münster, erst im Anschluss passend zu den Bildern bei. Nach reichlich Feinabstimmung zwischen Film und Sound wirken die beiden Perfektionisten sichtlich zufrieden mit ihrer Arbeit. Zurecht, denn die Vorführungen von tempus.ruhr zählen zweifellos zu den besuchenswertesten Ereignissen der diesjährigen Extraschicht. Weitere Infos zum Programm gibt's hier.

Mi, 16.06.2010 0

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10.12.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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