
Schaffen, Ausstellen, Vermitteln – das Kunsthaus Essen
- Serie: Kreativ.Quartier.Ruhr
1977 suchen Essener Künstler nach einem Ausstellungs- und Vermittlungsort für ihre Kunst. Sie finden ihn zuerst in Essen-Rüttenscheid, später, 1986, in einem ehemaligen Schulgebäude in der Rübezahlstraße der Essener Gottfried-Wilhelm-Kolonie in Essen-Rellinghausen. Der Grundstein für Atelierhaus und Galerie Kunsthaus Essen war gelegt.
Wegbereiter in der Anfangszeit waren unter anderem Helge Schneider, Harald Schmidt oder auch der 2010 verstorbene Andreas Kunze. Er war zwischen 1986 und 1990 Geschäftsführer des Hauses. Stand anfangs noch Kleinkunst im Mittelpunkt, hat sich der Schwerpunkt heute auf die Bildende Kunst verlagert. Im Kunsthaus Essen wird Kunst nicht nur geschaffen und ausgestellt, sondern auch in Kursen und Workshops vermittelt.

Mehr als 25 Künstler arbeiten in 13 Ateliers in den Sparten Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Konzeptkunst, Fotografie, Neue Medien, Rauminstallation, Klangkunst und Tanz. Doch sie arbeiten nicht nur künstlerisch, sondern engagieren sich für vergleichsweise günstige Atelier-Mietpreise im Haus: So setzen Grafik-Designer hauseigene Publikationen um, pflegen die Kunsthaus-Website, während Fotografen und Filmemacher Veranstaltungen dokumentieren. Maler streichen Wände, übernehmen Sekretariatsaufgaben oder wischen auch mal den Boden. „Die Künstler des Kunsthauses bringen viel Energie und Engagement ein”, sagt Uwe Schramm, seit 2006 Geschäftsführer des Kunsthauses Essen. „Dafür bieten wir ihnen ein Forum in Einzel- oder Gruppenausstellungen, denn sie haben viel zu wenige Möglichkeiten, ihre Kunst zu präsentieren. Dabei geht es aber nicht um die Verwirklichung von Hobbys – unsere Ausrichtung ist professionell.”
Das Kunsthaus Essen zählt mittlerweile auch über die Grenzen des Ruhrgebiets und Deutschlands hinaus zu den bekannten Produktions- und Vermittlungsorten zeitgenössischer Bildender Kunst. Neben Diskussionsabenden, Künstlergesprächen, Musik- und Tanzperformances leisten die Künstler in Workshops, Kursen und Führungen auch kulturelle Bildungsarbeit. Bekannte Projekte sind unter Mitwirkung des Hauses entstanden, zum Beispiel das Netzwerkprojekt GrenzGebietRuhr, die Konzertreihe Evening Sonx - dem jetzigen "Montag/Tontag", das Fotografieprojekt Next one oder Transartis, im Rahmen dessen Residenz-Stipendien vergeben wurden.
Das ehemals von den Essener Rotary Clubs getragene, ebenfalls im Kunsthaus angesiedelte Stipendium Junge Kunst in Essen wird mittlerweile in Kooperation mit dem Kunstring Folkwang ausgerichtet und von Helene Mahnert-Lueg mit großem Engagement unterstützt. Das Residenzstipendium ist mit monatlich 1.250 Euro dotiert und wird jährlich an einen jungen Kunsthochschulabsolventen vergeben, der dadurch für neun Monate im Kunsthaus Essen leben und arbeiten kann. In einer Abschlussausstellung und einem Katalog werden die entstandenen Arbeiten einem Publikum präsentiert.

Für diese vielen Projekte müssen immer wieder neue Mittel akquiriert werden. Die Arbeit des Kunsthauses Essen unterstützen deshalb viele Förderer und Sponsoren. „Wir brauchen ständig Geld, zum Beispiel für Renovierungsarbeiten”, erklärt Uwe Schramm. Die Betriebskosten stammen nur zur Hälfte von der Essener Stadtverwaltung. Die übrigen Kosten bringen die Mitglieder des Kunstvereins des Kunsthauses Essen auf. Sie tragen das Haus.

Auf gute Nachbarschaft wird Wert gelegt im Kunsthaus Essen. Mit viel Informationsarbeit haben die Kunsthaus-Macher das Vertrauen der Bürger der Gottfried-Wilhelm-Kolonie gewonnen. „Wir schotten uns nicht ab. Wir öffnen uns. Regelmäßig lassen wir die Bürger ins Haus, machen Führungen, damit sie sehen, was hier passiert. Schüler von Pina Pausch führen Tanzstücke auf, Folkwang-Schüler geben Konzerte, Fotografen und Bildhauer präsentieren ihre Arbeiten. Dann trifft sich vom bekannten NRW-Mäzen bis zum Bergmann jeder, der Interesse an unserer Arbeit hat: Interessensgruppen, Kirchenvertreter, die Politik, Bürgervertreter. Dadurch schlagen wir eine Brücke, gewinnen Vertrauen und zeigen: Hier muss man vor niemandem Angst haben”, sagt Uwe Schramm. Dass diese Öffentlichkeitsarbeit aufgegangen ist, belegen zum Beispiel die Besucherzahlen des letzten Jahres – von etwa 3.000 erhöhten sich die Besucherzahlen auf 7.000. „Die Aufmerksamkeit war deutlich erhöht – auch wegen der Kulturhauptstadt. Aber dennoch”, meint Uwe Schramm „das ist ein Quantensprung.”
Wegbereiter in der Anfangszeit waren unter anderem Helge Schneider, Harald Schmidt oder auch der 2010 verstorbene Andreas Kunze. Er war zwischen 1986 und 1990 Geschäftsführer des Hauses. Stand anfangs noch Kleinkunst im Mittelpunkt, hat sich der Schwerpunkt heute auf die Bildende Kunst verlagert. Im Kunsthaus Essen wird Kunst nicht nur geschaffen und ausgestellt, sondern auch in Kursen und Workshops vermittelt.
Das Kunsthaus Essen ist professionell ausgerichtet

Mehr als 25 Künstler arbeiten in 13 Ateliers in den Sparten Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Konzeptkunst, Fotografie, Neue Medien, Rauminstallation, Klangkunst und Tanz. Doch sie arbeiten nicht nur künstlerisch, sondern engagieren sich für vergleichsweise günstige Atelier-Mietpreise im Haus: So setzen Grafik-Designer hauseigene Publikationen um, pflegen die Kunsthaus-Website, während Fotografen und Filmemacher Veranstaltungen dokumentieren. Maler streichen Wände, übernehmen Sekretariatsaufgaben oder wischen auch mal den Boden. „Die Künstler des Kunsthauses bringen viel Energie und Engagement ein”, sagt Uwe Schramm, seit 2006 Geschäftsführer des Kunsthauses Essen. „Dafür bieten wir ihnen ein Forum in Einzel- oder Gruppenausstellungen, denn sie haben viel zu wenige Möglichkeiten, ihre Kunst zu präsentieren. Dabei geht es aber nicht um die Verwirklichung von Hobbys – unsere Ausrichtung ist professionell.”
Auch überregional einen Namen gemacht
Das Kunsthaus Essen zählt mittlerweile auch über die Grenzen des Ruhrgebiets und Deutschlands hinaus zu den bekannten Produktions- und Vermittlungsorten zeitgenössischer Bildender Kunst. Neben Diskussionsabenden, Künstlergesprächen, Musik- und Tanzperformances leisten die Künstler in Workshops, Kursen und Führungen auch kulturelle Bildungsarbeit. Bekannte Projekte sind unter Mitwirkung des Hauses entstanden, zum Beispiel das Netzwerkprojekt GrenzGebietRuhr, die Konzertreihe Evening Sonx - dem jetzigen "Montag/Tontag", das Fotografieprojekt Next one oder Transartis, im Rahmen dessen Residenz-Stipendien vergeben wurden.Das ehemals von den Essener Rotary Clubs getragene, ebenfalls im Kunsthaus angesiedelte Stipendium Junge Kunst in Essen wird mittlerweile in Kooperation mit dem Kunstring Folkwang ausgerichtet und von Helene Mahnert-Lueg mit großem Engagement unterstützt. Das Residenzstipendium ist mit monatlich 1.250 Euro dotiert und wird jährlich an einen jungen Kunsthochschulabsolventen vergeben, der dadurch für neun Monate im Kunsthaus Essen leben und arbeiten kann. In einer Abschlussausstellung und einem Katalog werden die entstandenen Arbeiten einem Publikum präsentiert.

Für diese vielen Projekte müssen immer wieder neue Mittel akquiriert werden. Die Arbeit des Kunsthauses Essen unterstützen deshalb viele Förderer und Sponsoren. „Wir brauchen ständig Geld, zum Beispiel für Renovierungsarbeiten”, erklärt Uwe Schramm. Die Betriebskosten stammen nur zur Hälfte von der Essener Stadtverwaltung. Die übrigen Kosten bringen die Mitglieder des Kunstvereins des Kunsthauses Essen auf. Sie tragen das Haus.
Auf gute Nachbarschaft wird Wert gelegt

Auf gute Nachbarschaft wird Wert gelegt im Kunsthaus Essen. Mit viel Informationsarbeit haben die Kunsthaus-Macher das Vertrauen der Bürger der Gottfried-Wilhelm-Kolonie gewonnen. „Wir schotten uns nicht ab. Wir öffnen uns. Regelmäßig lassen wir die Bürger ins Haus, machen Führungen, damit sie sehen, was hier passiert. Schüler von Pina Pausch führen Tanzstücke auf, Folkwang-Schüler geben Konzerte, Fotografen und Bildhauer präsentieren ihre Arbeiten. Dann trifft sich vom bekannten NRW-Mäzen bis zum Bergmann jeder, der Interesse an unserer Arbeit hat: Interessensgruppen, Kirchenvertreter, die Politik, Bürgervertreter. Dadurch schlagen wir eine Brücke, gewinnen Vertrauen und zeigen: Hier muss man vor niemandem Angst haben”, sagt Uwe Schramm. Dass diese Öffentlichkeitsarbeit aufgegangen ist, belegen zum Beispiel die Besucherzahlen des letzten Jahres – von etwa 3.000 erhöhten sich die Besucherzahlen auf 7.000. „Die Aufmerksamkeit war deutlich erhöht – auch wegen der Kulturhauptstadt. Aber dennoch”, meint Uwe Schramm „das ist ein Quantensprung.”
Fr, 04.03.2011
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