Slinky springs to fame - Eine total verdehte Brücke

Slinky heißt das Spielzeug, das schon jeder irgenwann einmal in der Hand gehabt hat – eine kleine Metallspirale aus Federdraht, die sogar Treppen hinuntersteigen kann. Erfunden wurde Slinky schon 1945 in Amerika. Den Künstler Tobias Rehberger hat die Spirale derart fasziniert, dass er eine übergroße Form des Slinky einfach um eine Brücke wickeln wollte.









Wie ein geworfenes Seil schwang sich Slinky in seinen Entwürfen für die Fußgänger- und Fahrradbrücke am Schloss Oberhausen über den Rhein-Herne-Kanal. „Das ist eigentlich widersinnig – so eine Spirale um eine Brücke zu wickeln“, sagt der Frankfurter Tobias Rehberger, „deshalb musste das Tragwerk alles ausgleichen.“ Diese Bauaufgabe musste Ingenieur Mike Schlaich mit insgesamt 3,5 Kilometer stützenden Bohrpfählen der Spannbandbrücke ausgleichen.

Ingenieur Mike Schlaich Tobias Rehberger










Nun entsteht am Kaisergarten eine Skulptur, die zugleich eine Brücke ist – oder umgekehrt, mit dem Namen „Slinky springs to fame“. Sie sei das spektakulärste Projekt der Emscherkunst.2010 und sucht in Deutschland seinesgleichen, verkündet Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Bauherrin Emschergenossenschaft, der „Slinky“ gar als Wahrzeichen des Ruhrgebiets betiteln möchte.

Pressestelle Emscherkunst.2010: Entwurf des Künstlers Rehberger

 


Im Frühjahr 2011 soll „Slinky springs to fame“ nach zwei Jahren Bauzeit fertiggesellt sein. Schon jetzt sind die gewundenen langen Brückenrampen und das Spannband über den Rhein-Herne-Kanal zu sehen. „Eine 400 Meter lange Brücke zu entwerfen – das war für mich Neuland“, sagt Tobias Rehberger, „und so musste ich mich mit meinen Spiral-Entwürfen auch hier und da von meinen Vorstellungen der Statik wegen verabschieden.“

„Slinky springs to fame“















Die schwingende Aluminium-Spirale wird durch ein Spannband, das einen Meter durchhängt, federn und schwingen. „Es gibt ein leicht schlingeriges Gehgefühl wenn man über die Brücke geht, verstärkt durch farbige Gummimatten als Bodenbelag. Dadurch wird 'Slinky' lebendig“, erklärt Ingenieur Mike Schlaich. Insgesamt 460 Spiralwindunge werden die 2,50 Meter breite Lauffläche der Brücke umgeben.

„Slinky springs to fame“

„Slinky springs to fame“



Informationen


Die Ausstellung Emscherkunst.2010 fand vom 29. Mai bis 18. September 2010 statt. Realisiert wurde das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum im Kulturhauptstadt-Jahr von Emschergenossenschaft, Regionalverband Ruhr (RVR) und RUHR.2010 GmbH.
Fotos: Sandra Anni Lang

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So, 19.12.2010 1

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Kommentare

Englischer Titel für die Brücke

Sehr nützlich, daß Sie eine Erklärung für den englischen Namen der neuen Brücke gegeben haben. Ich bin davon überzeugt, daß viele Besucher, die nie Englischunterricht hatten, mit dem Titel nichts anfangen können. Ich verstehe nicht, weshalb ein deutscher Künstler einer Brücke in Deutschland einen englischen Namen geben muß.

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04.12.2009

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