Andreas Heinze neben seinem Cartoon "Gasometer". © Sandra Anni Lang

Oberhausen und der Rest der Welt

Der Oberhausener Comiczeichner Andreas Heinze eröffnet seine eigene Plakat-Show / Updates: 29.6. + 10.7.2012

Industriegebiete, Bahntrassen, Brücken – diese Orte bilden den Rahmen von Andreas Heinzes Comic-Geschichten. „Es sind die runtergerockten Ecken, die mich interessieren. Orte, an denen jeder üblicherweise vorbei geht und von denen niemand Notiz nimmt. Dort finde ich die Details, die mir Spaß machen“, sagt Andreas Heinze. Aber nicht nur diese unwirtlichen Plätze bilden die Kulisse in den Geschichten des Oberhausener Künstlers. Auch die Vorzeigeorte der Stadt tauchen dort auf – etwa der Gasometer, der Wasserturm oder das Schloss Oberhausen. Seit dem 19. Juni 2012 ist eine Auswahl seiner Comics in der Volkshochschule Oberhausen im Foyer des Bert-Brecht-Hauses zu sehen.

 

In der Plakat-Show „Oberhausen und der Rest der Welt“ setzt der gebürtige Oberhausener seine kreative Sicht auf seine Stadt in Beziehung zu seiner eigenen Welt. Die fotorealistischen Zeichnungen zeigen zum einen alltägliche Situationen und Orte, die jedem Oberhausener bekannt sein müssten, und zum anderen greifen die Bildergeschichten das aktuelle Weltgeschehen auf. „Oberhausen bildet nur die Kulisse meiner Geschichten. Meine Zeichnungen zeigen zwar die Orte, an denen ich mich bewege, aber es dreht sich alles um mich und meine Erfahrungen. Es sind semiautobigrafische Geschichten. Mein Umfeld, Bekannte und ich selbst stehen im Mittelpunkt.“


Humoristisches Augenzwinkern, garniert mit einer Prise schwarzem Humor
In insgesamt 20 farbigen Zeichnungen betrachtet Andreas Heinze Situationen aus unterschiedlichen Blickwinken und immer mit einem humoristischen Augenzwinkern, garniert mit einer Prise schwarzem Humor. Die Bilder sind bisher unveröffentlicht und werden erstmalig öffentlich präsentiert.
Andreas Heinze studierte an der Universität Duisburg-Essen Diplom-Pädagogik und hat eine Ausbildung zum Druckvorlagenhersteller absolviert. Der 43-Jährige zeichnet bereits so lang, wie er einen Stift halten kann.

Ende der 90er-Jahre gab er gemeinsam mit dem Zeichner Martin Jablonka zwei Jahre und acht Ausgaben lang das Comic-Magazin „Schattenseiten - Comics für den Ruhrpott“ heraus. Heute arbeitet Andreas Heinze alias flauteboy als freiberuflicher Illustrator.

Sanfte Maschinen – eine irre Persiflage auf Adolf Hitler und den Zweiten Weltkrieg
Die fotorealistischen Hintergründe seiner Arbeiten ähneln denen des Essener Zeichners Jamiri: „Unsere Bilder gleichen sich an einigen Stellen. Aber während Jamiri Geschichten für Intellektuelle schreibt, mache ich eher profanes Zeug“, schmunzelt Andreas Heinze. „Aber natürlich mache ich viele andere Geschichten – habe zum Beispiel mit pulvis, cinis et nihil eine animierte Geschichte gezeichnet oder bei Undergroundcomix den Comic Sanfte Maschinen herausgebracht – eine irre Persiflage auf Adolf Hitler und den Zweiten Weltkrieg. Meine Zeichnungen ziehen sich quer durch alle Stile.“

„Mein Hund ist oft Aufhänger meiner Geschichten.“
Inspirieren lässt sich Andreas Heinze nicht nur von unterschiedlichen Stilen, sondern auch von unterschiedlichen Zeichnern: vom bekanntesten Disney-Zeichner Carl Barks über den MAD-Magazin-Comiczeichner und Carto
 Ausstellungsflyer zu „Oberhausen und der Rest der Welt“. © Andreas Heinze
Ausstellungsflyer zu „Oberhausen und der Rest der Welt“. © Andreas Heinze
onisten Jack Davis bis hin zum britischen Comickünstler Simon Bisley. Eine weitere Inspirationsquelle für den Oberhausener: sein Dobermann-Schäferhund-Mischling. „Mein Hund ist oft genug Aufhänger meiner Geschichten, immer bei meinen Streifzügen durch Oberhausen dabei und begleitet mich schon seit vielen Jahren. Das Tier ist mir wichtig.“
Die Ausstellung „Oberhausen und der Rest der Welt“ ist noch bis zum 20. Juli 2012 zu den Öffnungszeiten der Volkshochschule Oberhausen geöffnet.

 

 

Update: Nachdem Andreas Heinzes Arbeiten von verschiedenen Seiten als Plagiat bezeichnet wurden, haben wir am 29. Juni mit dem Comic-Künstler Jamiri gesprochen und seine Stellungnahme HIER veröffentlicht.

 

Update 2, 10. Juli 2012: Heute um 17:44 Uhr erreichte uns folgende Pressemitteilung, mit der die so genannte Plagiatsaffäre vom Tisch sein sollte. Andreas Heinze und Jan-Michael Richter (Jamiri) schreiben:

 

PRESSE-MITTEILUNG

 

Andreas Heinze und Jan-Michael Richter haben sich kennen gelernt und die Affäre um die Ausstellung "Oberhausen und der Rest der Welt" in einem persönlichen Gespräch beigelegt.

Andreas Heinze erklärt, seine zukünftigen Arbeiten so zu gestalten, dass keine Verwechslungsgefahr mehr zu den Jamiri-Comics besteht.

Die auf der Ausstellung gezeigten Exponate werden in ihrer aktuellen Form keiner weiteren Veröffentlichung zugeführt.

 

Andreas Heinze und Jan-Michael Richter verzichten auf eine juristische Auseinandersetzung.

 

Andreas Heinze und Jan-Michael Richter werden die Angelegenheit mit sofortiger Wirkung nicht mehr öffentlich kommentieren.

 

Oberhausen / Essen, den 10.07.2012

 

Andreas Heinze

Jan-Michael Richter

 
 
Andreas Heinze möchte dieser Mitteilung folgende Illustration beifügen:

 

Do, 21.06.2012 2

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Kommentare

Andreas Heinze

Sorry Herr Heinze, aber das sind ja schon fast Kopien von Jamiri. Wie wäre es denn mit einem eigenen Stil?
Vielleicht persifliert er ja? Sollte man sich als Mensch mit eigenem Stil zumindest vorstellen können... ;)

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04.12.2009

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