
MfG aus WRO
Glosse aus Breslau: Kulturelle Vielfalt oder Überangebot?
Interessant. Ich stolperte letztens in der Zeitung über eine Anzeige, die den/ das/ die 2. AFF bewarb. Nach kurzem Nachforschen stellte sich das AFF als AmericanFilmFestival dar.

Erstaunlich fand ich vielmehr die Zahl. Es wurde zum zweiten Festival geladen, was impliziert, dass es ja zumindest einmal erfolgreich gelaufen sein muss.
Irgendwann hat jedes Festival einmal begonnen
Mir stellt sich nur die Frage, ob sich alles gleich als Festival etablieren muss – nein, ob es sich vielleicht sogar nur dann etablieren kann. Natürlich müssen eine Stadt und ihre kulturellen Macher im Fluss bleiben, neue Trends entstehen und man kann auch schon mal einen solchen verschlafen und dann hinterherlaufen.
Und irgendwann hat jedes Festival einmal begonnen, so auch die bekannten Breslauer Veranstaltungen: Wratislavia Cantans 1966 oder das sogar noch zwei Jahre „ältere“ Festival „Jazz an der Oder“.
Andere Versuche sind jedoch auch gescheitert, denkt man gerade in der neueren Zeit an das „Stadtfestival“ WroclawNonStop, wobei sich hier die Frage stellt, ob sich nur nicht der Anspruch, alle Genres abzudecken und für jeden etwas anzubieten – sei es aus dem musikalischen Bereich, sei es etwas Künstlerisch-Gestalterisches in Form öffentlicher Installationen – nicht verwirklichen ließ.
Vielfalt oder Überangebot?

Alles ist eine Gratwanderung zwischen (gewünschter) Vielfalt und Überangebot. Niemand sagt, dass das AFF keinen Erfolg als Festival haben kann, allerdings steigt meiner Meinung nach das Risiko, dass sich die Leute im Überangebot nicht mehr zurechtfinden und dann eher nicht kommen. Wenn sie nicht bereits an den Abkürzungen verzweifeln.
Text: Markus Krusch
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