
Leerstand war gestern: Die Stadt Essen bringt Künstler in die Schützenbahn
Das Kulturbüro initiierte, der Kunsthaus e.V. organisiert. Hallo, Modellcharakter!
- Serie: CREATIVE QUARTERS RUHR
Direkt neben den einmal von der Initiative Freiraum besetzten Räumlichkeiten können ab sofort günstigste Flächen bezogen werden. Und nun sind alle gespannt auf die Reaktionen von der Presse, anderen Initiativen und anderen Kommunen. Ein Glücksfall? Nicht umsonst genug? Oder doch ein sozial ausgewogenes Modell, das übertragbar ist? Vielleicht sogar nicht nur auf Künstler in anderen Städten, sondern sogar auf andere Branchen? Ein Interview mit Uwe Schramm vom Kunsthaus e.V.
Schnell ging es, dass gleich mehrere hundert Quadratmeter an Künstler vermietet werden können. Und das zu Preisen im niedrigen einstelligen Bereich. Ausgangspunkt war – neben der voran gehenden Besetzung (s. u.a. hier und hier) – auch die allseits gelobte unbürokratische Arbeit des Essener Kulturbüros unter Leitung von Andreas Bomheuer. Das Kunsthaus ist einbezogen und man traf auf eine sehr kooperative Vermieterin, wie ich hörte. Wie hängt all das zusammen, was ergab sich wie?

Dass in Essen Kunst und Wirtschaft zusammen gedacht werden, und zwar auch von der Pieke auf, das ist manchen immer noch neu. Verwundern könnte auch, dass es so gut und vor allem schnell mit dem Immobilienpartner geklappt hat.

Nun gibt es vor Ort zum einen schon eine gewisse Infrastruktur. Und eine vom Kunsthaus eingesetzte Jury, die über die Vergabe entscheidet. Außerdem wird ja auch später noch einiges zu organisieren sein, ein Name muss vielleicht her, usw. Was kann man über den zu erwartenden Charakter des Hauses jetzt schon sagen?

Vielen Dank für das exklusive Gespräch!
Nachtrag:
Bei der Pressekonferenz zum Projekt am 8. Dezember 2011 wird noch deutlicher, dass eine kreative Verwaltung für solch ein besipielhaftes Projekt sinnvoll, aber nicht alleine Ausschlag gebend ist. Dietmar Düdden von der Essener Wirtschaftsförderung stellt fest, dass eine Aufwertung der Nordstadt, speziell in Bezug auf die Einzelhandels- und Immobilienentwicklung schon lange auf der Agenda steht. Willige Vermieter zu finden, die nicht ausschließlich ein kommerzielles (und kurzfristig denkendes) Interesse mitbringen, sind ebenso notwendig. "Es darf aber auch bei den Künstlern nicht nur um l'art pour l'art gehen". Uwe Schramm und Andreas Bomheuer betonen zudem, dass mehr als Kunstförderung die Existenzsicherung und Förderung von Künstlern Idee des Projektes ist. Dieter Gorny - denn auch ecce fördert dieses Projekt neben der Stadt Essen nicht nur finanziell - ist zudem an europaweitem Austausch gelegen. Plus: "Die EU-Gelder ab 2014 gehen genau in die Richtung der Förderung solcher Projekte." Eine Zukunfts orientierte und nicht nur lokal funktionierende Melange hat sich hier also gefunden, mit Ansprechpartnern für vierlei Belange. Einig sind sich alle: Das Unterfangen soll gelingen und damit zu ähnlichen Projekten ermuntern. In Richtung Kommunen wie Künstlerinitiativen wie Vermieter.
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