Kino Endstation im Bahnhof Langendreer. Foto (c) Kino Endstation

Endstation Kino in Bochum-Langendreer

Preisgekröntes Programmkino auch für Kinder- und Jugendprogramm ausgezeichnet

Die Programmkinolandschaft im Ruhrgebiet blüht. Ende letzten Jahres wurde das Bochumer Endstation Kino mit dem Kinoprogrammpreis NRW zum wiederholten Mal als eines der besten Filmkunstkinos in NRW prämiert. Die Begründung der Jury der Film- und Medienstiftung NRW: Die Programmgestaltung des 89-Plätze-Kinos im Bahnhof Langendreer sei konstant exzellent. Besonders die Qualität des Kinder- und Jugendprogramms wurde herausgehoben.

 

Preisgelder sind lebensnotwendig

Seit 1988 zeigt das „Endstation“ drei bis sechs besondere Filme pro Woche, leistet sich sogar eine tägliche Spätvorstellung. Dazu kommen Erstaufführungen, Dokumentarfilme, Originalfassungen, Filmreihen und Filmgespräche mit Regisseuren und Gästen – alles jenseits des Mainstreams. Über die Jahre hinweg ist das Kino zudem Ausrichter zweier Filmfestivals geworden: dem Festival des deutschen psychotronischen Films und „Blicke aus dem Ruhrgebiet“, einem regionalen Festival für Video und Film.

 

Als Anke Teuber, Programmverantwortliche des Kinos, den Preis aus der Hand von Schauspielerin Leonie Benesch („Das weiße Band“, „Picco“) entgegen nahm, wusste sie, dass die Finanzierung des Kinos für ein weiteres Jahr gesichert ist. Denn Preisgelder wie die 17.000 Euro des NRW-Preises sind selbst für ein renommiertes Filmtheater lebensnotwendig. Noch bis 2009 gingen immer weniger Besucher in die Multiplexe. Doch dieser Trend, der den Programmkinos ein Zwischenhoch bescherte, setzte sich nicht fort. Die großen Kinos haben sich an der Qualität der Kleinen orientiert und spielen nun vermehrt Originalfassungen – ehemals die Bastion der Programmkinos.

 

Familien wollen 3D

Auch ein Blick in die Zukunft liefert wenig Hoffnung: „Im Familienkino-Bereich starten sehr viele Animationsfilme, häufig in 3D. Die spielen wir ohnehin nicht, aber dafür schauen die Familien dann bei uns weniger“, sagt Endstation-Programmchefin Anke Teuber: „Und die Kinder nehmen ausschließlich die Multiplexe wahr und fehlen später als potenzielles Arthouse-Publikum.“ Wie wichtig die Connaisseurs sind, zeigt sich in der Besucherfrequenz: Während der durchschnittliche Kinogänger in Deutschland eine Karte pro Jahr kauft, kommt der Filmfan einmal wöchentlich ins Programmkino.

Die cineastische Vielfalt reproduziert sich also weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen Bildungsauftrag, Subventionskampf und großer Kunst. Derzeit unterstützt das Kulturstaatsministerium die Programmkinos zusätzlich bei der Umstellung von 35-mm-Projektoren auf digitale Projektoren und Beamer. Im Endstation, dem ehemaligen Bahnhof-Wartesaal der ersten Klasse, werden also auch weiterhin Filme für Feinschmecker laufen. Trotz prekärer Finanzlage zum fairen Preis sechs Euro pro Ticket.

Fr, 20.01.2012 0

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06.01.2010

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