We are all Hrant, We are all Armenian

Ein stummer Schrei in den Straßen von Istanbul

Tausende Menschen kamen in stillem Protest zusammen, um ihren Unmut über das Urteil nach Hrant Dinks Ermordung zu demonstrieren

Vor fünf Jahren wurde der türkisch-armenische Journalist und Menschenrechtsaktivist Hrant Dink in einer geschäftigen Straße in Istanbul am helllichten Tag erschossen. Seitdem gab es zahlreiche Protestaktionen und Events, mit denen die Öffentlichkeit deutlich machte, dass sie Gerechtigkeit für Hrant fordert.

Der langwierige Gerichtsprozess lief bis Januar 2012 und ist für viele von uns trotzdem nicht zufriedenstellend verlaufen. Der Urteilsspruch schließt aus, dass eine kriminelle Vereinigung hinter Dinks Ermordung steckt, obwohl sämtliche Beweise etwas anderes belegen und Regierungsbeamte beschuldigen, ihr Amt missbraucht zu haben, seit von Dinks auf ihre armenische Abstammung hingewiesen wurde. 

 

Ein Mann, der wegen seiner Meinung zur Zielscheibe wurde

Dink, der die türkische Regierung hinsichtlich ihrer Haltung zur armenischen Identität und die offizielle türkische Geschichte sowie die Geschehnisse im Jahr 1915 kritisierte, wurde für seine Meinungsäußerungen zum Angriffsziel und Opfer von ungerechtfertigten Anschuldigungen, wie z.B. "die Verleumdung von türkischem Blut". Dennoch ist es unbestreitbar, dass viele Menschen nach seinem Tod Gerechtigkeit fordern. In den letzten fünf Jahren haben sich Tausende von Menschen zusammengetan, die Gerechtigkeit für Dink fordern  u.a. auch Künstler aus verschiedensten Bereichen, die ihre Arbeiten diesem Fall gewidmet haben. Trotzdem haben es die türkischen Behörden nicht geschafft, die vermeintliche Beteiligung von Beamten am Tötungsdelikt sowie die näheren Umstände aufzuklären. Ein weiterführender Artikel zum Thema stammt von Başak Ertür, einem türkischen Studenten an der School of Law am Birkbeck College.

 

Ein stummer Schrei zum 5. Jahrestag von Dinks Ermordung und der Urteilsverkündung zu diesem Fall

Der 19. Januar war der Tag, am dem Dink im Jahr 2007 ermordet wurde. Zwei Tage nach dem Urteil zu diesem Fall, das am 17. Januar 2012 verkündet wurde, gingen Tausende Menschen auf die Straße in Taskim, um zu AGOS zu laufen  zum Haus, in dem Dinks Zeitungsverlag ansässig war. Eine große Menschenmenge schloss sich dem stillen Protestmarsch an, der ohne Slogans, Fahnen oder sichtbare Aggression oder Verbitterung ablief. In stiller Trauer drückten sie ihre Forderung aus, dass die Familie von Dink Gerechtigkeit erfahren soll, der mit den Worten von Andrew Gardner von Amnesty International "aufgrund der Tatsache ermordet wurde, dass er seine Meinung friedfertig zum Ausdruck brachte". 

 

Do, 23.02.2012 0

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05.05.2011

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