
DIE PS-PROFIS: TV-STARS ÜBER NACHT
- Serie: Ökonomie
Ein Hinterhof in Dortmund-Körne, zwischen Schneehaufen parken Luxusautos. In der Werkstatthalle brennt spät am Abend noch Licht. Hier, auf den Hebebühnen von „5 Star Performance“, werden die Lamborghinis, Porsches und Hummer der oberen 10.000 der Stadt modifiziert und aufgehübscht.
Sidney Hoffmann und Jean Pierre Kraemer, die beiden Inhaber der Tuningfirma, fahren in diesen Tagen Doppelschichten. Denn sie sind mit der Fernsehsendung „Die PS-Profis“ auf Sport1 in den vergangenen Monaten zu gefragten Stars geworden.
Zwar noch nur für eine autobegeisterte Zielgruppe, doch der Durchbruch in den Mainstream kommt bestimmt: Gerade haben sie auf einer Rennstrecke ein Special mit Smudo von den Fantastischen Vier abgedreht.
Die Idee hinter dem Format „Die PS-Profis“: Ein Kunde mit begrenztem Budget, meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro, sucht einen Gebrauchtwagen, zum Beispiel einen Youngtimer-Sportwagen, eine Bulli zum Surfen oder einen US-V8 aus den 60er-Jahren. Hoffmann und Kraemer klappern dann die Händler der Gegend ab, testen die Autos, feilschen um den Preis und finden schließlich ein adäquates Fahrzeug.

Der Konsum einer Folge ist dank des gesunden Humors der Protagonisten und des im Vergleich zu ähnlichen Formaten deutlich höheren intellektuellen Niveaus nicht nur ziemlich unterhaltsam, sondern auch lehrreich: Einfache Tricks, um die guten Autos von den Nieten zu unterscheiden, werden gleich mitgeliefert.
Doch wie wird man vom Vorstadtschrauber zum TV-Gesicht? Die Erfolgsgeschichte der PS-Profis verrät viel über die Mechanismen des TV-Geschäfts:
„2009 sollten wir für ein Autorennen auf DSF einen Wagen anliefern“, erinnert sich Kraemer an den Erstkontakt mit den Fernsehleuten. „Dann durften wir das Rennen auch fahren, haben den Moderator geschlagen und ein paar lockere Sprüche rausgehauen“.
Ein paar Wochen später bot ihnen ein Produzent von Focus TV (weitere Formate: GRIP, STARS & stories, Faszination Leben u.a.) die Produktion eines Pilotfilms zur Serie an. Doch die Scripted Reality des Produzenten passte weder Hoffmann noch Kraemer. „Gleich am ersten Drehtag haben wir darauf bestanden, dass Drehbuch in der Tasche zu lassen. Wir wussten, dass die Show nur funktioniert, wenn wir einfach drauf losquatschen“, erzählt Hoffmann.
Die Ausstrahlung an Weihnachten 2009 wurde so erfolgreich, dass in 2010 gleich zwei Staffeln gedreht wurden. Für 2011 und 2012 wurden weitere Staffeln und ein zweites Format vereinbart - eine im kurzfristigen TV-Geschäft verhältnismäßig lange Vertragsdauer.
Nun müssen Hoffmann und Kraemer bis zu zehn Drehtage im Monat in ihr Werkstattgeschäft einschieben. Das Abenteuer Fernsehen, vom Duo noch vor einem Jahr kaum ernst genommen, ist zur zweiten Profession geworden.
Klar, dass so auch immer mehr Kunden auf ihre Kerngeschäft aus Alufelgen, frisierten Motoren und extravaganten Lackierungen aufmerksam werden. Nur für ein Phänomen suchen Sidney Hoffmann und Jean Pierre Kraemer noch eine Lösung: Je mehr sie drehen, desto länger wird die Autoschlange vor ihren Werkstatttoren.
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Sidney Hoffmann und Jean Pierre Kraemer, die beiden Inhaber der Tuningfirma, fahren in diesen Tagen Doppelschichten. Denn sie sind mit der Fernsehsendung „Die PS-Profis“ auf Sport1 in den vergangenen Monaten zu gefragten Stars geworden.
Zwar noch nur für eine autobegeisterte Zielgruppe, doch der Durchbruch in den Mainstream kommt bestimmt: Gerade haben sie auf einer Rennstrecke ein Special mit Smudo von den Fantastischen Vier abgedreht.
Die Erfolgsgeschichte der PS-Profis
Die Idee hinter dem Format „Die PS-Profis“: Ein Kunde mit begrenztem Budget, meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro, sucht einen Gebrauchtwagen, zum Beispiel einen Youngtimer-Sportwagen, eine Bulli zum Surfen oder einen US-V8 aus den 60er-Jahren. Hoffmann und Kraemer klappern dann die Händler der Gegend ab, testen die Autos, feilschen um den Preis und finden schließlich ein adäquates Fahrzeug.

Der Konsum einer Folge ist dank des gesunden Humors der Protagonisten und des im Vergleich zu ähnlichen Formaten deutlich höheren intellektuellen Niveaus nicht nur ziemlich unterhaltsam, sondern auch lehrreich: Einfache Tricks, um die guten Autos von den Nieten zu unterscheiden, werden gleich mitgeliefert.
TV-Geschäft: Authentizität ohne Drehbuch
Doch wie wird man vom Vorstadtschrauber zum TV-Gesicht? Die Erfolgsgeschichte der PS-Profis verrät viel über die Mechanismen des TV-Geschäfts:
„2009 sollten wir für ein Autorennen auf DSF einen Wagen anliefern“, erinnert sich Kraemer an den Erstkontakt mit den Fernsehleuten. „Dann durften wir das Rennen auch fahren, haben den Moderator geschlagen und ein paar lockere Sprüche rausgehauen“.
Ein paar Wochen später bot ihnen ein Produzent von Focus TV (weitere Formate: GRIP, STARS & stories, Faszination Leben u.a.) die Produktion eines Pilotfilms zur Serie an. Doch die Scripted Reality des Produzenten passte weder Hoffmann noch Kraemer. „Gleich am ersten Drehtag haben wir darauf bestanden, dass Drehbuch in der Tasche zu lassen. Wir wussten, dass die Show nur funktioniert, wenn wir einfach drauf losquatschen“, erzählt Hoffmann.
Die Ausstrahlung an Weihnachten 2009 wurde so erfolgreich, dass in 2010 gleich zwei Staffeln gedreht wurden. Für 2011 und 2012 wurden weitere Staffeln und ein zweites Format vereinbart - eine im kurzfristigen TV-Geschäft verhältnismäßig lange Vertragsdauer.
Nun müssen Hoffmann und Kraemer bis zu zehn Drehtage im Monat in ihr Werkstattgeschäft einschieben. Das Abenteuer Fernsehen, vom Duo noch vor einem Jahr kaum ernst genommen, ist zur zweiten Profession geworden.
Klar, dass so auch immer mehr Kunden auf ihre Kerngeschäft aus Alufelgen, frisierten Motoren und extravaganten Lackierungen aufmerksam werden. Nur für ein Phänomen suchen Sidney Hoffmann und Jean Pierre Kraemer noch eine Lösung: Je mehr sie drehen, desto länger wird die Autoschlange vor ihren Werkstatttoren.
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Fr, 07.01.2011
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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
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Super Beitrag. Weil nämlich fast immer vergessen wird, dass Kreative nicht nur Bilder malen und Atelierraum brauchen, sondern (gerade im Ruhrgebiet) gern auch mal Frickler und Tüftler sind, denen es an Hallen für Tuning, T-Shirt-Druck, Modellbau oder sonstwas mangelt. Gut nachzulesen im Beitrag von Jens Kobler hier:
http://www.2010lab.tv/blog/rueckblick-ruhr-2010-mit-stefan-laurin
Übrigens, der New Journalism eines Hunter S, Thompson, eines Tom Wolfe, eines Norman Mailer, eines Terry Southern begann mit Thompsons Gonzo-Reportagen über Custom Cars, also über getunte Karren. Staun.