
"Das sind eindeutig Plagiate!"
Comic-Künstler Jamiri reagiert auf Andreas Heinzes Ausstellung in Oberhausen / Update: 10.7.2012
Was für eine nervige Geschichte. LABKULTUR schrieb letzte Woche über den Comic-Zeichner Andreas Heinze, der aktuell eine kleine Ausstellung in Oberhausen hat. Offenbar plagiiert er in seiner Arbeit jedoch den ungleich bekannteren Essener Comic-Künstler Jamiri, heißt es.
Das stand in dieser Deutlichkeit nicht im Artikel, wurde aber gleichwohl thematisiert. Nachdem Essener Jamiri-Fans auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hatten und die LABKULTUR-Autorin offensichtlich nicht angemessen reagierte, veröffentlichte Ruhrbarone-Autor Georg Kontekakis heute Morgen einen seiner typischen Artikel, in denen er nichts unterlässt, nebenbei auch LABKULTUR eine zu verpassen. Und unserer Autorin erst recht; wie man sich als Journalist Kolleginnen gegenüber zu benehmen hat, stand wohl nicht ganz oben auf Kontekakis' heutiger to do-Liste.
Doch zurück zum eigentlichen Thema; wir wollen

Jamiri beginnt damit, dass er nach Oberhausen fuhr, um sich die Arbeiten von Andreas Heinze anzusehen. „Ich konnte es kaum glauben“, sagt Jamiri dazu. Sind die Exponate von Heinze denn nun ein Plagiat? „Ja“, sagt Jamiri, „das sind eindeutig Plagiate. Ich habe Anrufe von meinen Verlegern bekommen, die mir etwas vom Einverständnistatbestand erzählt haben. Ein Wort, das ich noch nicht kannte. Ich sei gezwungen, darauf zu reagieren! Ich kenne den Heinze nicht, ich will dem nix, aber seit drei Tagen mache ich nichts anderes als mich gezwungenermaßen damit auseinander zu setzen.“
Jamiri beschreibt seine erste Reaktion mit „fassungslos“: „Da habe ich nun also einen eigenen Epigonen, dachte ich mir. Immerhin ist das ja auch eine Form der Würdigung meines Werkes.“ Als „Guttenberg in putzig“ ordnet Jamiri das Thema allerdings nicht allzu hoch ein; er wäre froh, wenn die Sache schnell erledigt wäre.

LABKULTUR wird den umstrittenen Artikel von letzter Woche nicht offline stellen, was Jamiri im Gespräch mit mir als „der Deeskalation sehr zuträglich“ und wünschenswert bezeichnete, aber an exponierter Stelle im beanstandeten Artikel auf DIESE Stellungnahme hier von Jamiri verlinken. Wir bemühen uns zusätzlich um eine Stellungnahme von Andreas Heinze.
Update 10. Juli 2012. Am frühen Abend erreichte uns folgende Pressemitteilung:
Andreas Heinze und Jan-Michael Richter haben sich kennen gelernt und die Affäre um die Ausstellung "Oberhausen und der Rest der Welt" in einem persönlichen Gespräch beigelegt.
Andreas Heinze erklärt, seine zukünftigen Arbeiten so zu gestalten, dass keine Verwechslungsgefahr mehr zu den Jamiri-Comics besteht.
Die auf der Ausstellung gezeigten Exponate werden in ihrer aktuellen Form keiner weiteren Veröffentlichung zugeführt.
Andreas Heinze und Jan-Michael Richter verzichten auf eine juristische Auseinandersetzung.
Andreas Heinze und Jan-Michael Richter werden die Angelegenheit mit sofortiger Wirkung nicht mehr öffentlich kommentieren.
Oberhausen / Essen, den 10.07.2012
Andreas Heinze
Jan-Michael Richter
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