Swiss Premieré Photo by Laurence von der Weid

Auf Twitter ist Vorsicht geboten - Der Fall des Pianisten Fazil Say

Twitter-Postings als Anklagethema in der Türkei

Fazil Say ist Klassik- und Jazz-Pianist und ein international bekannter Songwriter, dem aktuell vorgeworfen wird, die islamischen Werte über Twitter verletzt zu haben. Für diejenigen, die in der Türkei leben und die Nachrichten verfolgen, ist es keine Überraschung von einem Künstler, Schriftsteller oder Journalist zu hören, der für Aussagen zur Religion und der türkischen Identität verfolgt wird.

 

Selbst Tayyip Erdogan wurde aus dem Amt entlassen und für ein Gedicht ins Gefängnis geschickt, das den folgenden Wortlaut enthielt: "Die Moscheen sind unsere Barracken, Gläubige sind unsere Soldaten und die Minarette sind unsere Waffen."  Die Regierung schaut einfach nur zu und nimmt keine Änderungen an der Gesetzgebung vor.

 

Verstöße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung

Fazil Say wird vorgeworfen, "die religiösen Werte zu beleidigen, die von einem Teil der Nation angenommen wurden" und ihm drohen bis zu 18 Monate Gefängnis, sollte es zu einer Verurteilung kommen. Er hat angegeben, Atheist zu sein. Say sagt aus, dass er sehr stolz darauf ist, dies in der Öffentlichkeit gesagt zu haben. Ein weiteres Twitter-Posting war ein Gedicht des persischen Poeten Omar Khayyam: "Ist Gott jemand, für den man lebt oder stirbt oder etwas, das dir befiehlt, schweinisch zu sein und zu töten? Denkt darüber nach!"

 

In seiner Erklärung gegenüber der NY Times sagte er: "Dieser Fall, der gegen die gültigen Gesetzte und Menschenrechte verstößt, ist nicht nur im Einzelfall traurig, sondern gibt auch ein schlechtes Bild der Türkei ab."

 

Was mich wirklich traurig stimmt ist die Tatsache, dass einige internationale Journalisten darüber schreiben, wie wichtig Fazil Say als Künstler ist und wie er sein Land vertritt aber in der Türkei wurde sein Fall als "Business as usual" abgetan: Weder die Presse noch die Öffentlichkeit hat sich gegen die lächerliche Verfolgung aufgelehnt. Says Verteidigung ist leicht zu verstehen:

 

"Ich habe mein gesamtes musikalisches Leben damit verbracht, Kultur, Geschichte und Geist dieses Landes zu verstehen. Meine Kompositionen haben Menschen auf der ganzen Welt in den größten Konzerthallen erreicht. Ich kann sagen, dass ich einen großen Beitrag zur anatolischen Kultur geleistet habe. Leider werden meine Worte falsch interpretiert und ich ecke an in dem Land, das für mich die größte Inspiration überhaupt darstellt."

 

QUELLENANGABEN

Teaser - Schweizer Premiere-Foto von Laurence von der Weid

Di, 26.06.2012 0

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11.04.2011

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Brücke zwischen Europa und Asien, kosmopolitischer Grenzposten zwischen den Welten, integrativer Schmelztiegel der Kulturen: „Keine Stadt dieser Welt inspiriert stärker als Istanbul“, behaupteten die Verantwortlichen der Ruhr.2010 Kulturhauptstadtschwester selbstbewusst. Wer will da widersprechen?

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