Urbane Künste Ruhr Salon 3: Urbane Infrastrukturen – pure Funktion ohne Erlebnis?

„Es darf nicht nur ‘ne Straße sein, sondern die Straße muss schön sein.“

Infrastrukturmaßnahmen sind ein enormer Eingriff in das Lebensumfeld eines jeden Bürgers. Bis heute wird aber viel ausgeschrieben, geplant und gebaut ohne gerade die einzubeziehen, die im Alltag Straßen und öffentliche Anlagen benutzen. Die sind dann häufig praktisch und grau. Die Öffentlichkeit hat aber eine Stimme und ästhetisches Empfinden. Die Kunst ist ein wichtiges Vehikel, um das hervor zu locken und durch Diskussion in die Planung einfließen zu lassen.

 

Was heißt eigentlich „industrielle Überformung“ einer Region durch ein „technisches System“? Christa Reicher, Architektin und Stadtplanerin lehrt an der TU Dortmund und stellte ihre These von der spezifischen Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur des Ruhrgebiets beim 3. Salon der Urbanen Künste Ruhr zur öffentlichen Diskussion. Was damals für die Industrie Sinn machte, ist heute zum dichtesten Autobahnnetz Europas ausgebaut. Aber zu welchem Preis?

 

Kurator Markus Ambach hat Architekten, Künstler, Politiker und Bürger mit dem Projekt „B1/A40 Die Schönheit der großen Straße“ polarisiert. Das geht dem Publikum des 03. Salons Urbane Künste Ruhr nicht anders. „Was da existiert heute ist katastrophal.“ Trotz jahrzehntelanger Planung und Neubaus, für den einen Zuhörer beim Salon ist und bleibt die A 40 ein Schandfleck „Sie ist grottenhäßlich. (…) Da ist keinerlei Gestaltqualität. Man kann kein durchgehendes Design erkennen.“

 

Die rege Diskussion rund um die A40 ist ein gutes Beispiel dafür, wie durch die Verwendung von Kunst

öffentliches Bewusstsein für einen Ort entstanden ist, der als solcher lange nicht erkannt, sondern immer nur als Transit benutzt wurde. Hier hat Kunst geschafft, was Katja Aßmann, Künstlerische Leiterin der Urbanen Künste Ruhr fordert: „Nicht nur eine Bespielung, sondern einen Umgang mit diesem Ort schaffen.“ Und das führt im besten Fall dazu, was ein anderer Besucher dieses Salons will, dass sich die Parameter für die Ausschreibungen und Planungen ändern müssen: „Wir müssen die Planer fordern.“

 

 

Text: Boris Alexander Knop

Embed Code:

Copy and Paste this text in your HTML Code

Fr, 03.05.2013 0

Kommentar hinzufügen

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

Über den Autor

29.11.2009

Letzte Kommentare des Autors

Das Schwarze Brett
vor 2 Jahre 6 Wochen
Untitled (Glade)
vor 2 Jahre 20 Wochen
vor 2 Jahre 36 Wochen

Thema

Stadt

Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

Aktuelle Tweets

@guardianculture lists 5 #books to start with for reluctant male readers - http://t.co/e4khOcW85F #Literature
Pünktlich zu Ostern eröffnet im @dortmunder_u die neue Ausstellung "Urban Movement - Stadt in Szene" -http://t.co/hMNdVctpsy
Free scene reaches out to where municipal #culture planning often doesn’t get http://t.co/P6PZxwu7xX #ruhrgebiet
@CupsApp elates caffeine junkies in #NYC - http://t.co/ka08qY08Vu #coffee