Urbane Künste Ruhr: Ein Leerstand wird salonfähig

Diskursive Formate – Symposien und Salons

Urbane Künste Ruhr, mit der künstlerischen Leitung von Katja Aßmann, bietet als regionale Kunstorganisation Künstlern, Kulturschaffenden und Stadtbewohnern an, ihr urbanes Lebensumfeld mit zu gestalten, künstlerisch zu erfahren und an einem Prozess, einer Diskussion Teil zu haben. Es ist kein Projekt, kein geplantes Konstrukt, sondern ein Knotenpunkt für Kooperation, Experiment und Diskurs. Die Stadt ist der Schauplatz des diesmal diskursiven Formates „der Salon“ , welches die Relevanz von Nicht-Orten hinterfragt und die Kollaboration mit Künstlern eingeht, um einen temporären Raum zu einem Ort zu gestalten. Als Ergebnis einer Zwischennutzung in Gelsenkirchen steht nun der Salon als Raum für Symposien im Dezember 2012 bis April 2013 offen.

 

 

Salonfähig ist das ehemalige BahnhofsCenter Gelsenkirchen vor dem eigentlichen Salonabend der Urbanen Künste Ruhr gar nicht, es schreit nach Nutzung. Die Leere und Stille wirft Fragen auf: Ist Konsum auch nicht mehr gefragt? Was passiert in den Zentren der Städte? Der Einzelhandel kann die Leere nicht füllen und an einem Überangebot besteht keine Nachfrage. Leerstände entstehen und sind kaum bezahlbar für einzelne Künstler oder Jungunternehmen. Diesen Fragen geht das kooperierende Künstlerduo KITEV auf den Grund, wie Urbane Künste Ruhr ebenfalls experimentierfreudig, dazu innovativ und interdisziplinär im Reich der künstlerischen Interventionen beheimatet. Den öffentlichen Raum zu gestalten, so dass eine Schnittstelle für Urbanität, Kunst und Diskussion entsteht, das versuchen Agnieszka Wnuczak und Christoph Stark in ihrem Raumkonzept für den ersten Salon in Gelsenkirchen. Prozesse eröffnen, wo Chancen und Herausforderungen eines urbanen Labors liegen, welche Effekte diese bei Bürgern, Künstlern als auch Politikern und Stadtplanern erzielen können, das sind Ansätze für das Projekt BahnhofsCenter Gelsenkirchen.

Foto: Annika Schmermbeck

Ein weiteres Feld des Programms Urbane Künste Ruhr sind die „mobilen Labore“, die sich parallel zum „Salon“ in der Metropole Ruhr an verschiedene Orte verteilen. Eine künstlerische Recherche über Zustand und Wandel des urbanen Raums im Ruhrgebiet. Das Labor – allgemein viel genutzter Begriff, ein LAB, aber was heißt das denn und was heißt es für die Urbanen Künste Ruhr? – Ist es ein Begriff, um ein mögliches Scheitern von Anfang an zu rechtfertigen? Ein Versuch: alles kann, aber nichts muss oder ein offener Prozess, der sich stetig entwickelt, nach links oder rechts abweicht, kein starres Konstrukt, sondern dynamische Strategien und Zufälle zulässt.

Überall sprießen „Labore“ aus dem Boden – Use-LAB, Social-LAB, G-LAB....- und genau das ist eine momentane Haltung – vorsichtig, vage und unbestimmt wird versucht, soziale, urbane und künstlerische Prozesse zu verpacken, um Bürgern die Angst vor einer Partizipation zu nehmen. Es ist ein Versuch, der nur dann zu einem gemeinsamen Projekt wird, je mehr unterschiedliche Menschen aller Disziplinen sich beteiligen und es als Plattform des Austausches verstehen, um die Mixtur zum Kochen zu bringen.

 

Der Salon im BahnhofsCenter Gelsenkirchen ist ein Raum zur Kommunikation, jeder ist eingeladen an Diskussionen teilzunehmen und sich über die Ziele und Ideen von den Urbanen Künsten Ruhr zu informieren.

BahnhofsCenter
Bahnhofsvorplatz 4
45879 Gelsenkirchen

Der Eintritt ist frei.

 

 

Text: Annika Schmermbeck

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Mi, 19.12.2012 0

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29.11.2009

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