Ein Schwerpunkt der Amsterdamer PICNIC 11 lag auf der Frage nach zukunftsfähigen Modellen von gutem Zusammenleben in der Stadt. In 20 Jahren werden über 70% der Weltbevölkerung in einer Stadt leben. Die Probleme der Urbanisierung zeigen sich nicht nur in der Megalopolis, sondern in allen der gut und gerne 1000 Städte weltweit, die über 250.000 Einwohner zählen.

Tim Campbell, Urban Age Institute
Tim Campbell, Vorsitzender des Urban Age Institute, macht sich Sorgen. Schon heute ist eines der Hauptprobleme einer Stadt, dass nicht dort gearbeitet wird, wo man wohnt. Um Ungleichgewicht und Segregation zu verhindern, müssen Kommunen und Bürger eng zusammen arbeiten und auf Dauer angelegte flache Kommunikations- und Sprachkanäle etablieren. Das sieht auch der renommierte Urbanist Charles Landry so. Er mahnt die Kluft zwischen der Stadt und ihren politischen Entscheidungsträgern an. Eine hierarchische Struktur in der Politik verhindert die gute Zukunft der Stadt.

Tess Broekmans, Urhahn Urban Design
Tess Broekmans, Direktorin bei Urhahn Urban Design, sieht in Amsterdam ein bis heute gültiges Beispiel einer Stadt mit gutem sozialen Mix. Sie warnt aber vor einem aktuellen zersetzenden Trend. Frank Kresin von der Waag Society lebt in Almere. Vor 40 Jahren begann man mit dem Bau einer Stadt im Wasser. Die Städtebauer, die Almere damals planten, glaubten auch an die sozialen Prozesse, die dort stattfinden sollten, für diese neue Stadt planen zu können. Aber das hat nicht funktioniert. „Am Ende musst Du loslassen können und beobachten, was passiert.“
Text: Boris Alexander Knop