Unabhängigkeit! Grundeinkommen! Macht Euer eigenes Ding!

Punksänger und Aktivist Jello Biafra über Kunst, Medien und Politik

Musiker, Aktivist, Provokateur: Als ehemaliger Sänger der US-Punkband Dead Kennedys ist Jello Biafra schon seit den 1980ern eine Ikone. Als Gründer des Independent-Plattenlabels Alternative Tentacles und Mitglied der Grünen Partei steht er auch heute noch für „das andere Amerika“, und vertritt wortgewandt seine Ansichten zu Politik und Kultur.

 

Im Interview mit 2010LAB.tv holt der Klassensprecher des Punk zum Rundumschlag gegen das Establishment und den Kulturbetrieb aus. Dabei bekommt vor allem das Heimatland des als Eric Reed Boucher geborenen Biafra wieder einmal ordentlich Fett weg. Es mag keine Überraschung sein, was er von American Idol (bei uns: Deutschland sucht den Superstar), Disney und Rupert Murdoch hält, unterhaltsam ist es allemal.

 

 

“I like to be independent”

Nachdem Biafra seit den späten 80er Jahren künstlerisch hauptsächlich durch Spoken-Word-Alben und die Zusammenarbeit mit Al Jourgensen von den Industrial-Metal-Punks Ministry in Erscheinung getreten war, steht er mit seiner aktuellen Band Jello Biafra and the Guantanamo School of Medicine wieder mehr in Tradition seiner ersten Band.

Die aktuelle Platte veröffentlicht er, wie alle seine Alben, über das von ihm und DK-Gitarrist East Bay Ray 1979 gegründete Label Alternative Tentacles.

Unabhängigkeit gehört für ihn seit jeher zum höchsten Gut des Künstlers. Dabei kritisiert er immer wieder die Rolle der Mainstream-Medien, will es aber nicht dabei belassen. Seine Aussage „Don’t hate the media, become the media“ wurde zum Leitspruch für die unabhängigen Mediennetzwerke, die sich im neuen Jahrtausend über ein globales Netzwerk organisieren.

 

“Give everybody welfare! Encourage people to grow as people“

 

Musikerkarriere und politische Aktivitäten gehen bei Biafra, dessen politisches Bewusstsein sich schon in jungen Jahren entwickelte, von Anfang an Hand in Hand. 1979 kandierte er für das Bürgermeisteramt in San Francisco, 2000 wurde er von der Grünen Partei als Präsidentschaftskandidat nominiert, hatte aber gegenüber Ralph Nader das Nachsehen. Seitdem zeichnet er sich durch die Unterstützung Naders aus.

Nach der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten veröffentlichte Biafra einen offenen Brief an den neuen Präsidenten, der zahlreiche und ausführliche Vorschläge für seine Amtszeit enthielt.

 

2010LAB interviewte den „demokratischen Anarchisten“ (Eigenaussage) in den Räumlichkeiten des Backline-Verleihs Gate to Hell in Lünen und schaute anschließend beim Konzert im Dortmunder FZW vorbei.

Do, 01.09.2011 2

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Kommentare

Kill the poor

Ein letzter Aufrechter. Ich empfehle auch mal reinzuschauen bei "Kill the poor" http://bit.ly/rq3dLA

schöner Beitrag!

vielleicht sollte Eric Clapton bei Godsmack einsteigen, das wäre doch mal was ;-)

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05.01.2010

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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