Ruhrtriennale 2012 - 14: Prof. Heiner Goebbels im Videointerview

Theater als zeitgenössisches intermediales Museum der Wahrnehmung

Heiner Goebbels wird von 2012 bis 2014 als neuer künstlerischer Leiter die Ruhrtriennale zu einem vorzüglichen Ort des Austauschs der darstellenden Künste mit der Musik, den bildenden Künsten und den Menschen machen. Damit will er die Köpfe der Künstler wie Zuschauer öffnen, um ihre Imagination frei zu setzen. Wie denkt der freie Kopf, der hinter dem exzellenten Auftaktprogramm für die tollen postindustriellen Spielorte in der Metropolregion Ruhr steckt?

 

Dreh- und Angelpunkt der Programmphilosophie Goebbels` ist „Der Moment des Unbegriffenen“. Den Paradigmenwechsel in den Künsten und Wissenschaften denkt und lebt er künstlerisch vor. Jenseits der hitzigen Debatten vom Kulturinfarkt bietet Goebbels mit seiner praktischen Philosophie schon längst Lösungen, die die gängigen Modeworte Innovation und Strukturwandel auf eine ganz andere Höhe bringen. Am wichtigsten erscheint für ihn das Hinterlassen einer „starken künstlerischen Erfahrung,“ im Zuschauer und Betrachter, die nachdenklich machen kann, die jemanden anstiften kann, „die ein ungeheures Innovationspotential birgt.“

 

Als Regisseur, Komponist, Produzent und Wissenschaftler ist er Insider und langjähriger Kenner der Szene. Aber der diesjährige Preisträger des International Ibsen Awards hat kein Problem damit, das Schauspiel in Deutschland zu hinterfragen, um es neuen und alten, bisher wenig beachteten Inhalten und Methoden zu öffnen. Er kreiert Theater immer wieder neu, anstatt sich einzuschränken und behält seine Neugierde wach, anstatt Visionen zu pflegen. Und kennt sich aus in dem, was kommt: mit klarer Analyse verweist er auf die Gewinne und Verluste, die den widersprüchlichen Prozess der Digitalen Revolution ausmachen, die vor allem die Wahrnehmungsfähigkeiten des Publikums stark verändert.

 

Text: Boris Alexander Knop

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Sa, 12.05.2012 0

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29.11.2009

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