rAndom International: Der TOWER ist für die Menschen

„Diese Arbeit reagiert nicht auf die Menschen, aber wir hoffen, dass die Menschen auf die Arbeit reagieren.“

Sie sind bekannt für ihre experimentellen Installationen, die sich mit Naturphänomenen auseinandersetzen: Das Londoner Studio rAndom International hat auf dem Welterbe Zollverein eine Installation geschaffen, die gewaltig und gleichzeitig flüchtig ist. Wassermassen fallen aus 19 Meter Höhe in die Tiefe, aus 600 Düsen, 26.000 Liter pro Minute. Die rechteckige Konstruktion sorgt dafür, dass die herabfallenden Wasserwände an einen Turm erinnern, so wie es viele auf der Zeche gibt. Aber TOWER-Instant Structure for Schacht XII ist nicht wie sie für Maschinen gemacht, sondern für Menschen.

 

Im Auftrag von Urbane Künste Ruhr haben Florian Ortkrass, Stuart Wood und Hannes Koch von rAndom International anlässlich der Ruhrtriennale ein Kunstwerk errichtet, das erst richtig erfahrbar wird, wenn man sich hinein wagt. Man hört schon von Weitem tosende Gischt, ein ungewöhnliches Geräusch in einer historischen industriellen Stätte, und wenn die Wand aus Wasser überwunden wird, ist es innen wie in einem Sturm, die eigene Stimme geht unter im Rauschen, die Sicht wird eingeschränkt, Wassertropfen fallen auf die Haut. Dann, auf einmal, ist alles aus.
Das Wassergebäude simuliert die Architektur des Welterbes Zollverein, ist jedoch nicht statisch, sondern in ständigem Wandel begriffen, löst sich auf und entsteht wieder neu.

 

Dass rAndom International sich ausgerechnet auf Zollverein mit dem Element Wasser beschäftigen, ist dabei kein Zufall: Genau hier unter Schacht XII fließt die zentrale Wasserhaltung der Zechenlandschaft zusammen. So werden unsichtbar unterirdisch ablaufende Prozesse bildhaft an die Oberfläche transportiert und sichtbar gemacht. Doch vor allem ist Tower eine Installation, die im Spannungsfeld zwischen Natur und Architektur unvergleichliche Erlebnisse schafft und den Blick auf das Welterbe Zollverein noch einmal neu definiert.

Die Werke von rAndom International werden weltweit gezeigt, unter anderem im Museum of Modern Art (New York), im Victoria & Albert Museum (London) und in der Frankel Foundation for Art (USA). Der TOWER ist ihre erste Außeninstallation und kann bis 6. Oktober, täglich von zehn Uhr bis ein Uhr nachts besichtigt werden. Nachts wird der Wasserturm angestrahlt und so zu einer Lichtlandmarke. Der TOWER ist auch der Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale, der sich auf den urbanen Raum der industriekulturellen Spielorte bezieht.

 

Künstlergespräch mit rAndom International:
8. September, 20 Uhr, im Kokskohlenbunker auf dem Welterbe Zollverein

Embed Code:

Copy and Paste this text in your HTML Code

Fr, 30.08.2013 0

Kommentar hinzufügen

Anmelden um Kommentare zu schreiben

Über den Autor

29.11.2009

Letzte Kommentare des Autors

Das Schwarze Brett
vor 3 Jahre 19 Wochen
Untitled (Glade)
vor 3 Jahre 34 Wochen
vor 3 Jahre 50 Wochen

Stadt

Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

Aktuelle Tweets

Unser neuer TWITTER Kanal: @KQ_Ruhr #cities #streetart #placemaking #Ruhrgebiet #creativity #urbanart #change #art http://t.co/bLEuKenJgB
Unser neuer TWITTER Kanal: @KQ_Ruhr #cities #streetart #placemaking #Ruhrgebiet #creativity #urbanart #change #art http://t.co/bLEuKenJgB
Unser neuer TWITTER Kanal: @KQ_Ruhr #cities #streetart #placemaking #Ruhrgebiet #creativity #urbanart #change #art http://t.co/bLEuKenJgB
RT @ARTEcreative: Was macht die Kunst zur Kunst und den Künstler zum Künstler? Eine Suche im Chaos: Fountain #1 http://t.co/93KXTX2HAg http…