Lasst die Maschinen zur Gitarre tanzen!

Juicy Beats 2011: Songwriter und die neue elektronische Offenheit

 Vor einem Jahrzehnt hätte das Line-Up des Juicy Beats Festivals 2011 als unmöglicher Clash der Musikkulturen wohl lediglich Kopfschütteln und Unverständnis hervorgerufen. Man musste sich entscheiden: Beats, Spaß und elektronische Sounds oder tiefgründige und introvertierte Songwriter mit Gitarre und Rotweinglas. Wir haben die anwesenden Folk- und Songwriter-orientierten Künstler nach ihrem Verhältnis zum scheinbaren musikalischen Gegenentwurf befragt.

Ob es nun eine Frage der Verfügbarkeit und technischen Möglichkeiten oder eine des offenen Geistes ist, die wenigsten aktuellen Singer-Songwriter werden heute noch elektronisch erzeugte Sounds und Songs für den Feind, für den Gegenentwurf ihrer künstlerischen Philosophie betrachten.

Längst keine Grenzen mehr

Diese Einstellung hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnten radikal verändert. In den 90ern galt der überwiegende Teil der elektronischen Tanzmusik für die meist introvertiert-tiefgründigen Musiker mit Akustikgitarre als Symbol für die oberflächliche Spaßgesellschaft, zumindest das, was Mainstream und Charts zu bieten hatten. Diese Einstellung mag schon damals durch Künstler wie Chemical Brothers, Moby, Aphex Twin oder DJ Shadow Stück für Stück aufgebrochen worden zu sein, doch erst in den letzten Jahren hat sich für die Musiker ein wirklich selbstverständlicher Umgang mit den neuen technischen Möglichkeiten entwickelt.


Für die Hörer gibt es jedenfalls schon lange keine Grenzen mehr, die überwunden werden müssten, das hat auch das diesjährige Juicy Beats Festival erneut unter Beweis gestellt. Eben noch saßen die Besucher andächtig vor den kleinen Bühnen, auf denen Norman Palm oder Kat Frankie ihre leisen Song-Kleinode vortrugen, um anschließend vor der Hauptbühne bei Frittenbude oder Boys Noize überwiegend das Bewegungszentrum des Körpers zu strapazieren.

Neben Palm und Frankie haben wir mit Gisbert zu Knyphausen, Clickclickdecker und Black Rust über ihr musikalisches Selbstverständnis im digitalen Zeitalter gesprochen. Dazu passend der tanzbare Soundtrack von NZ Shapeshifter und The T.C.H.I.K.
 

Fotos: 2010LAB.tv

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Do, 11.08.2011 0

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05.01.2010

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