Forum d´Avignon Ruhr : “It´s not giving money to a beggar!”

Investitionen in Kultur helfen der Wirtschaft, der Industrie und der Sozialpolitik

Längst ist bekannt, dass Investitionen in Kultur der Wirtschaft, der Industrie und auch der Sozialpolitik helfen. Wir müssen uns endlich von dem althergebrachten Modell einer Klassifizierung in wichtige und nebensächliche Branchen verabschieden. Das betrifft die Priorisierung von Politikbereichen wie den Nimbus rund um Wirtschaft und Industrie.

 

Geht es nach dem Forum d´Avignon Ruhr müssen Politik und Wirtschaft massiv umdenken. Viele Gemeinden und Städte unterliegen einem rigorosen Sparzwang, weil sie unter dem Druck einer sich rasch dynamisierenden Weltwirtschaft nicht gut gewirtschaftet haben. In Zukunft müssen sie sich aber damit anfreunden, dass das keine Ausrede mehr ist, um an Kunst und Kultur zu sparen, bloß weil diese „sogenannten freiwilligen Aufgaben“ der Kommunen ein zweitklassiges Dasein fristen. NRWs Kultusministerin Ute Schäfer: „Diese Vernetzung, die wir jetzt hier versuchen wollen, zwischen Wirtschaft, Kunst und Kultur, sie ist eigentlich schon überfällig.“

All das unterstreicht auch der Vorsitzende der Bundes SPD Sigmar Gabriel: „Das dümmste, was man machen kann, ist, wenn man Kultur gegen Sozialpolitik oder gegen Wirtschaftspolitik ausspielt.“

 

Vertrauenswürdige Stimme Kultur

Von welchen Dimensionen wir mittlerweile reden macht Senior Consultant Anne Magnus von Kurt Salmon deutlich: „Schon 2008 machte die Kultur- und Kreativwirtschaft 4,5 % des europäischen Bruttosozialprodukts aus.“ Dr. Arünas Gelünas, Kultusminister der Republik Litauen weiß, dass es dennoch ein langer Weg mit vielen vertrauensbildenden Maßnahmen sein wird, bis Kultur einen

neuen Stellenwert in der Gesellschaft erreicht haben wird. Die Menschen sind heute noch viel zu sehr im Glauben und Vertrauen an einfache greifbare Dinge, wie Gebäude, Technologie und Autos gebunden. Der Präsident des Forum d´Avignon Nicolas Seydoux stellt unweigerlich klar, dass öffentliche Förderung und unternehmerisches Sponsoring als Investitionen in Kultur einen seriösen Geschäftsvorgang darstellen: „Es handelt sich dabei eben nicht um eine Spende an einen Bettler!”

 

 

Text: Boris Alexander Knop

 

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So, 23.06.2013 0

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29.11.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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