Forum d´Avignon Ruhr: Ist Kunst frei?
Von der subtilen Weise, wie Kunst in der liberalen Gesellschaft ideell und wirtschaftlich bedrängt ist
Wir genießen das Leben in einem freien Land mit viel Hoch und Off Kultur. Der Galerist Urs Meile zerpflückt dieses Idyll in einem hoch intelligent-unterhaltenden Gespräch mit dem Maler Andreas Golder. Beide reflektieren spielerisch über subtile Methoden der Zensur, berichten von der chinesischen Kunstszene und dem selbstzerstörerischen Potential hinter dem Theorem vom Künstler als Unternehmer.
Wo eckt Kunst heute noch an? Warum gibt es den klassischen Skandal nicht mehr? Hat Kunst seine politische Bedeutung verloren? 
Urs Meile kuratiert Ai Weiwei und weiß, wie man in der Volksrepublik China problemlos Ausstellungen organisiert. „Seine künstlerischen Produkte waren nie das Thema, in keiner Art und Weise.“ Zum Problem wurden „aber seine Statements zur Situation, zur gesellschaftlichen politischen Situation in China.“

Die Frage: „Kann man denn davon leben?“ lässt auch den bekannten deutsch-russischen Andreas Golder und den international erfolgreichen schweizerischen Galeristen Urs Meile nicht kalt: „Wir sagen immer, wir reden nicht über Geld. Wir reden über Inhalte.“ Meile schwört auf Qualität. Doch nur 0,3 % der Künstler können von ihrer Kunst auch tatsächlich gut leben. Der Berliner Andreas Golder warnt da gar vor einen Trend: Erst Künstler, dann Kurator und schließlich Hipster in der Hauptstadt?

Text: Boris Alexander Knop
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