Forum d´Avignon: Kultur ist mehr als Luxus für Eliten

Investitionen in die Kultur sollten eine Lila-Bewegung generieren

Der Think Tank für Kultur, das Forum d`Avignon, mahnt trotz wirtschaftlich harter Zeiten die Bedeutung der Kultur an. Der amtierende französische Präsident Nicolas Sarkozy stimmt da mit ein. Dieser Stellenwert muss sich in Zukunft auch wirtschaftlich niederschlagen und zwar in Form von umfangreichen öffentlichen wie privaten Investitionen. Den Creative Industries kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Im Papstpalast zu Avignon sprachen die Experten.

 

Der bekannte französische Komponist Eric Serra nimmt in Avignon Frankreichs Präsident Sarkozy beim Wort und fordert „Culture is very important, especially right now.“ Trotz weniger Geld in den Kassen, warnt er davor, an der Kultur zu sparen: “Everybody is depressed. So, it´s not the moment to abandon culture.”

Und die berühmte Opernsängerin Barbara Hendricks ist empört, dass es immer noch sehr viele in ihren eigenen Kasten denkenden Politiker gibt, die Kunst und Kultur als Luxus, als ein schönes Extra ansehen, dass man sich bei Zeiten leisten kann. In diesem Deutungszusammenhang spricht der deutsche Künstler Jochen Gerz von „a fatal error.“ Denn Kreativität in der demokratischen Gesellschaft, das sind eben nicht nur die Künstler: “We need much more creativity on each person´s level!”

 

Zwanzig Prozent Zeit

Kreativität als Methode kann auch den Arbeitsalltag bereichern und dem Unternehmen gerade die innovativen Produkte einbringen, die es in einem steifen Nine-to-Five-Korsett nie bekommen würde. Der Leiter des Google Cultural Institute Steve Crossan erklärt Googles Arbeitskultur. Er sieht sich als Pionier: „Explore to what new models can be brought to cultural production.” Und er glaubt, dass Finanzierungsmodelle wie Crowdfunding für Kultur- und Kreativarbeit in Zukunft einen enormen Stellenwert einnehmen werden. 

Der Belgier Vincent Fosty ist Partner bei Kurt Salmon und wünscht sich eine neue Bewegung, die Kunst, Kultur und Kreativität gesellschaftlich, politisch, wie wirtschaftlich in den Rang erhebt, der ihnen gebührt. In Anlehnung an die Erfolge der grünen Bewegung, plädiert er für die Farbe Lila: “The question people will start asking is: are these purple companies?”

 

 

 

Text: Boris Alexander Knop

 

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Sa, 03.03.2012 0

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29.11.2009

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