Extraschicht 2010 - Die Nacht der Industriekultur
- Serie: Kunst
Zur Extraschicht war hautnah zu erleben, worüber die Zeitungen schon lange schreiben: Das Ruhrgebiet befindet sich im Umbruch. Ein Indiz dafür waren die Menschenmengen, die von einem der mehr als 50 Schauplätze auf dem Weg zum nächsten waren. Schließlich konnte man sich sein Wunschprogramm selbst zusammenstellen und so seine eigene Route bestimmen.Veranstaltung als Spiegel der Gesellschaft
Diese Entscheidungsfreiheit ist exemplarisch für die Region. Befindet sie sich doch seit dem Niedergang
der Schwerindustrie mitten in einem strukturellen Umbruch.
Die alte wirtschaftliche Hauptsäule ist weggebrochen und muss nun durch etwas Neues ersetzt werden. Doch statt im Prozess der Neuorientierung die Vergangenheit unter den Teppich zu kehren und die ehemaligen Arbeitsstätten dem Verfall preiszugeben, fand man andere Lösungen. Alte Indurstriegebäude wurden restauriert, umgebaut und somit wieder integriert und als Veranstaltungsorte neu erschlossen. Wo ehemals geschuftet wurde, wird jetzt Kunst geschaffen.
Vorhandenes Potenzial erschließen
Diese kreative Erschließung vorhandener Potentiale gilt als das, was die Region braucht und stärkt. Die Extraschicht war somit nicht nur ein sehenswertes Event, sondern veranschaulicht zugleich auch aktuell wirksame Prozesse und den noch nicht abgeschlossenen strukturellen Wandel. Und so wie man während der Extraschicht seinen Kurs selbst bestimmen konnte, ist notwendige strukturelle Neuorientierung letztlich auch nichts anderes, als den Kurs im großen Stil neu zu bestimmen.
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