EMSCHERKUNST.2013: Kunstsommer der Partizipation im Ruhrgebiet

100 Tage lang lädt die Open-Air-Kunstausstellung in die Kulturmetropole Ruhr zum Entdecken ein

Am 22. Juni 2013 eröffnete die EMSCHERKUNST.2013. Die zweite Veranstaltung seit dem Debüt im Kulturhauptstadtjahr 2010 ist ein gutes Beispiel dafür, dass die ehemalige Kulturhauptstadt Metropole Ruhr den Übergang in eine dauerhafte Programmarbeit geschafft hat. Ein Sprung, der bisher nur wenigen Kulturhauptstädten gelungen ist, und trotzdem die Menschen vor Ort nicht vergisst.

Die raumübergreifende temporäre Kunstausstellung ist ein langfristig angelegtes Projekt, das bis zum Jahr 2020 die Renaturierung der Emscher und den damit verbundenen Entwicklungsprozess der Region als Triennale begleiten wird. Getragen wird das Projekt durch Urbane Künste Ruhr, den Regionalverband Ruhr und die Emschergenossenschaft. Für 100 Tage lädt die EMSCHERKUNST Besucher auf das insgesamt 50 Quadratkilometer große Ausstellungsareal zum Entdeckersommer ein. Entlang der Emscher erschließt sich ein Parcours mit Werken von Altmeistern wie Daniel Buren, Konzeptkünstlerinnen wie Haubitz + Zoche und dem argentinischen Architekten und Installationskünstler Tomás Saraceno.
 

Partizipative Aspekte bestimmen das Programm

Unter der Leitung des Kurators Prof. Dr. Florian Matzner setzten sich in den vergangenen Monaten zwanzig Künstler und Gruppen mit der Region auseinander und arbeiteten mit und für die Menschen vor Ort. Entstanden sind neue Modelle der Zusammenarbeit und wegweisende Projekte. „Es hat auch immer etwas mit einem Prozess zu tun. Darum geht es ja eigentlich, dass der Künstler nicht nur eine Setzung macht und dann weg ist, sondern dass er über das Werk ständig anwesend ist“, so Matzner.

Besucher können sich auf 30 Arbeiten im öffentlichen Raum entlang der Emscher freuen, die neben partizipativen Aspekten Themen wie Klimawandel und Ökologie in den Mittelpunkt stellen. Katja Aßmann, Künstlerische Leiterin Urbane Künste Ruhr, fasst zusammen: „Unsere Projekte sind dezentral angelegt, behalten aber stets die gesamte Region im Blick. Wir laden alle Bewohner ein, sich über die Projekte in den Transformationsprozess der Region einzubringen und neue Impulse für den eigenen Lebensraum zu setzen.“

In diesem Sinne agieren auch die Projekte „Breaking new“ der Künstlerin Anna Witt und „Grand Tour Nouveau“ der Künstlerin Elin Wikström, die in diesem Jahr als die konzeptionell wichtigsten Arbeiten gelten und von Anfang an Bürger in den Entstehungsprozess miteinbezogen. Aber auch das Projekt „Aus der Aufklärung“ des international bekannten chinesischen Künstlers und Menschenrechtlers Ai Weiwei trägt den Gedanken der Teilhabe und bietet die Möglichkeit, Zelte auszuleihen und an ausgewiesenen Orten zum Übernachten aufzustellen.

 

 

Text: Leoni Gessert

 

Textbilder: (c) Roman Mensing/ EMSCHERKUNST

 

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Fr, 05.07.2013 0

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29.11.2009

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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