EMSCHERKUNST: „Es kommt wie es kommt“ im Bernepark

Mischa Kuballs Licht-Installation "Catch as catch can" in Bottrop-Ebel

Der Bernepark, so wie er sich heute präsentiert, ist Resultat der ersten Akzente, die die Emscherkunst im Geburtsjahr 2010 im Ruhrgebiet gesetzt hat. Die Renaturierung mit künstlerischen Konzept hat das historische Industriedenkmal zu einem lokalen Ankerpunkt verwandelt, an dem die Menschen gern zurück kommen und verweilen.

Mischa Kuball, bildender Künstler aus Düsseldorf, entwickelte eine Lichtinstallation, die weder kontraproduktiv noch konkurrierend zur Architektur der früheren Kläranlage Bernemündung stand, und akzentuierte das Wasserbecken in seiner Form mit Licht. Das Erdbecken wurde zu einem terrassierten Senkgarten „Theater der Pflanzen“ gestaltet und in enger Kooperation mit dem Künstlerteam Piet Oudolf, GROSS.MAX im Rahmen der Emscherkunst 2010 visualisiert. Als Namen seiner Installation wählte Mischa Kuball den Namen „Catch as catch can“ und stieß damit anfänglich auf Unverständnis der Besucher wegen der Wahl eines englischen Sprichwortes, das keiner verstand. „Es kommt wie es kommt“ oder „nimm´s wie es kommt“ sind sinngemäße Übersetzungen und der Künstler war davon überzeugt, genau das unbedingt in sein künstlerisches Konzept aufzunehmen. Für Kuball war es wichtig, den Menschen „ein Ankommen im Vertrauten über eine Fremde“ zu ermöglichen, um Zugang zu den gestalteten Spannungsfeldern bekommen zu können.

Thomas Schwarzer, Stadterneuerung Bottrop, kann viel mit diesem Sprichwort anfangen und findet darin ganz klar die Geschichte und Dynamik der Menschen aus dem Ruhrgebiet wieder. Diese wurde immer von äußeren Einflüssen geformt und definiert, und so gesehen mussten sie es „immer so nehmen wie es kommt“. Dass dies jedoch in der Gestaltung des Berneparks für die Natur nicht absolutistisch sondern eher bereichernd gemeint ist, sieht man darin, dass Pflanzen, Licht- und Wettereinflüsse eine Eigendynamik behalten. Sie wachsen, wie sie eben wachsen.

 

Text: Annika Schmermbeck

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Fr, 07.09.2012 0

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29.11.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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