Man kann nicht nicht kommunizieren – aber wie werden wir in Zukunft auf unsere Mitmenschen zugehen und miteinander reden? Wie brauchen wir sie noch und sie uns? Es scheint absehbar, dass in nicht allzu langer Zeit die jedem vertraute Email von den Message Services der Social Media Portale wie Facebook, GooglePlus oder StudiVZ ersetzt wird. Auf der Frankfurter Buchmesse sammelte 2010LAB.tv bei der digitalen Initiative SPARKS visionäre Einschätzungen durch Experten der Branche.

Britta Friedrich
Es geht nicht darum, dass wir uns in Zukunft nichts mehr zu sagen haben. Das die Email ausstirbt ist nicht weiter schlimm. Moderne Unternehmen wie SoundCloud führen ihre teaminterne Kommunikation schon seit langem via Skype. Vielmehr ist aber die interessante Frage, wie beeinflussen scheinbar einfachere und bequemere Formen der Kommunikation unseren sozialen Umgang miteinander in der Zukunft? Es ist denkbar, dass das Telefon als Interface überhaupt nicht mehr nötig sein wird und Menschen via implantierte Microchips Gedanken und Informationen austauschen, funken.

Martin Fröhlich
Wenn wir uns aber nicht mehr zum Rauchen in der Pause auf dem Balkon treffen und quatschen, weil das auf neuronal vernetzten Wegen alles schon erledigt ist, was dann? Und wer hört da mit? Nähert sich die Menschheit einer Cyberexistenz an oder werden Körper und Gefühl überhaupt noch tragbar sein in einem sich zunehmend digitalisierenden Biotop? Müssen wir, wenn wir mit jemanden reden, dann überhaupt noch anwesend sein?