Die SchlimmCity Mülheim an der Ruhr
Große Kunstaktion gegen Depression und Zerfall einer Stadt
Ringlokschuppen Mülheim und Projektpartner hauchten einen knappen Monat lang mit Perfomances, Konzerten, Lesungen und Diskussionen dem zunehmend verwaisenden öffentlichen Raum der Mülheimer Innenstadt alternatives Leben ein.
(Erstveröffentlichung: Oktober 2011)
Mülheims Innenstadt scheint auszusterben. Warenhandel findet hier immer weniger statt. Eingekauft scheint woanders zu werden. Aus dem ehemaligen Kaufhof wurde nun vom 14. September bis zum 09. Oktober die LeerAnstalt, aus der guten alten Fußgängerzone Schlossstraße die KonsumBeruhigteZone.
Zeit und Raum für neues?

Im leeren Kaufhaus findet man noch die Hinweisschilder, die zu den Warenwelten auf die verschiedenen Etagen führen, aber die Waren und Regale fehlen hier. Anstatt wird ein Radioballet live aufgeführt.
Ole Frahm von der freien Radiogruppe LIGNA füllt mit dem selbst zu Performern werdenden Publikum von „Wessen Stadt ist die Stadt? –Ein Aufstand“ das leerstehende Kaufhaus mit einer Collage aus O-Tönen, Zitaten, Worten und Gesten des einmal da Gewesenden und Brecht´schem Protest.

SchlimmCity Initiator Holger Bergmann führt den umfassenden Strukturwandel, der in Mülheim gerade vollzogen wird, konstruktiv kritisch vor Augen.
Das Projekt selbst ist ein Beispiel für einen guten Wechselprozess. „In den sozialen und kulturellen Bestand der Menschen investieren. Ökonomie anders denken.“
Text: Boris Alexander Knop
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