Seit Herbst 2010 gibt es offizielle Crowdfundingplattformen in Deutschland. Der große Durchbruch ist hierzulande aber bisher ausgeblieben. Die Macher der co:funding haben sich in ihrer Subkonferenz auf der re:publika damit auseinandergesetzt und erstmals auch das Instrument des Crowdinvestments ausführlich vorgestellt.

Jens-Uwe Sauer | Seedmatch
Das Besondere am Crowdinvesting ist neben dem Peer-to-Peer-Ansatz die Möglichkeit der Kapitalbeteiligung und der Rendite. Die hierzulande geltenden Fremdkapitalregeln lassen ein Handeln der Banken in diesem neuen innovativen Geschäftsbereich gar nicht zu. Deswegen drängen nun inkubatorische Unternehmen wie Seedmatch auf den Markt. Sie nutzen die Nische und vermitteln z. B. Start Ups, die selber keine Chance hätten, Geld direkt von der Bank zu bekommen, weil sie noch überhaupt keine Bilanzen vorlegen können.
Karma Economy

Denis Bartelt und Anna Theil | co:funding / startnext
Das Renditemodell des Crowdinvest gefällt aber nicht jedem. Schnell könnte die Wirtschaftlichkeit den menschlichen und sozialen Aspekt des genuinen Crowdfundings zerstören. Hartz-IV-Möbel Designer und passionierter Crowdfunding-Ratgeber Van Bo Le-Mentzel glaubt an „die gesunde Balance zwischen Geben und Nehmen.“
DIWO

Slava Rubin im Interview | indiegogo
In den USA ist die Akzeptanz des Crowdfundings enorm, was nicht nur Kickstarter belegt, sondern auch Gesetzesreformen im Equity Investment deutlich anzeigen. Das Prinzip des Equity Crowdfunding wird für Ideeninhaber, Banken, Geldgeber und Shareholder mit hoher Wahrscheinlichkeit bald das Geschäftsmodell der Zukunft darstellen. Für Slava Rubin von indiegogo ist es längst die Zeit des DIWO (Do-It-With-Others)!
Text: Boris Alexander Knop