be a good one: Streetart-Künstler Gigo propagiert die Vereinigung der Menschheit

Danijel Brekalo alias Gigo
Danijel Brekalo alias Gigo
Danijel Brekalo, der sich selbst „Gigo“ nennt, ist Fassadenmaler und Streetart-Künstler. Gigo lebt und arbeitet in Essen. Durch großangelegte Plakat-Aktionen, eigens kuratierte Ausstellungen und seine unverwechselbar aufrichtige Persönlichkeit, hat er sich mittlerweile über Essen und das Ruhrgebiet hinaus, einen Namen gemacht. Wichtiger Bestandteil des Schaffens von Gigo ist Kunst im öffentlichen Raum. Auffällig ist sein propagierter Imperativ „Humans Unite“, der nicht nur das Stadtbild Essens zunehmend prägt.

Entwurf Humans Unite
Entwurf Humans Unite
Humans Unite
Humans Unite

Die Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt

Gigo bemalt die Wand einer Autobahnunterführung
Gigo bemalt die Wand einer Autobahnunterführung

Gigo, der zunächst eine Ausbildung zum Mediengestalter abgeschlossen hat, thematisiert heute mit Pinsel und Farbe auf Leinen, Tapeten und Mauerwerken, die sich rapide verändernde Bedeutung von Orten, aber auch die Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt. Ferner betreibt er mit verschiedenen Projekten nicht nur lokal Kunst- und Kulturförderung.

Gigo im Interview - Ein Aus Stellung 2010
Gigo in seinem Atelier
Gigo in seinem Atelier

storp 9 - port e.V. - Gigos Atelier
storp 9 - port e.V. - Gigos Atelier
Gigo in seinem Büro
Gigo in seinem Büro


Wer Gigo persönlich getroffen hat, wird danach unschwer seine politischen Forderungen in einigen seiner Arbeiten herauslesen.  Wobei sich seine Haltung am besten so verstehen lässt: Nicht die Kunst muss politisch sein, die Politik  muss künstlerisch sein.

Autor: René Krüger

Fotos: Alexander Spelsberg

www.gigopropaganda.com




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Fr, 22.10.2010 3

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Kommentare

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Das Ruhrgebiet braucht mehr von seiner Sorte. Ob es sie verdient hat, steht auf einem anderen Zettel. Dem mit der Frage "Anerkennung?"

Der Pinsel ist gut, die Spraydose böse! Zweiter Teil

In beiden Fällen handelt es sich um anerkannte Streetart-Künstler, die unabhängig voneinander legal mit offizieller Genehmigung im öffentlichen Raum gemalt haben. Durch eine minimale Differenz (Pinsel – Spraydose) kommt es zu einer offensichtlich unterschiedlichen öffentliche Reaktion (Akzeptanz – Ignoranz, Denunziantentum). Wie wäre es ausgegangen, hätten beide illegal gemalt? Richtig! Die erste Geschichte hätte mit dem Etablierung des Kunstwerks an der Wand geendet (illegal, legal, im Endeffekt egal), letztere mit einer hohen Geldstrafe, oder hinter Gittern.

Mit der Spraydose – natürlich nicht ganz unverschuldet – assoziiert die Bevölkerung meist „Die Drecksschleuder aller Schmierfinke“ und verbindet damit den vandalischen Akt der Beschädigung von Eigentum. Nachvollziehbar, wenn es sich um die sogenannten unschönen Varianten von Graffiti handelt wie dem „tag“ und „bomber“ (dient meist dem Ego des Malers oder der Crew, um den Namen, ähnlich wie ein pissender Hund, auffällig zu markieren). Andererseits können viele schönere Graffiti-Varianten mit einem kunstvollen Motiv ja erst gar nicht entstehen, weil die entsprechenden Maler immer mit einer Intervention seitens der Polizei rechnen müssen, in sofern auch schnell bis teilweise panisch malen müssen.Die breite Öffentlichkeit zeigt in diesem Zusammenhang oft Unverständnis und sieht in der Veränderung des Stadtbildes durch Graffiti-Malereien immer noch das Werk von Gesetzlosen. Einiges an Aufklärungsarbeit ist noch zu leisten, damit die modernen Kunstströmungen wie Streetart offiziell in unser Stadtbild eingreifen und dieses verändern dürfen. Ob mit Spraydose oder auf Tapete. Alles ist schöner als eine hässliche ein(farb)tönige graue traurige Wand.

Der Pinsel ist gut, die Spraydose böse! Erster Teil

Folgendes ist passiert: Ein Fassadenmaler hat einen Pinsel in der Hand und bemalt eifrig eine öffentliche Häuserwand. Zufällig vorbeigehende Passanten werden auf ihn aufmerksam. Sie nähern sich langsam dem Bild, das zunehmend Form und Farbe annimmt. In ihren neugierigen Blicken ist, wenn nicht die Bewunderung für die handwerklichen Fähigkeiten des Malers, so doch zumindest ein Hauch von Anerkennung für seinen Arbeitseinsatz zu erkennen. Einige bleiben länger. Sie lassen ihn walten. Der Pinsel darf weiter über den grauen Beton streichen.

Zur gleichen Zeit, einen halben Kilometer weiter entfernt. Ein völlig anderes Bild: Vor einer großen eintönigen Wandfläche in einer Brückenunterführung, hat ein Fassadenmaler auf dem Boden mehrere Spraydosen aufgestellt. Noch bevor er die erste Linie auf die Wand zeichnen kann, erregt er rege Aufmerksamkeit. Wie ein Magnet hat er eine Menschentraube angezogen, die sich um ihn herum positioniert hat. Größtenteils Sondereinsatzkräfte der Polizei. Mit energischem Unterton wird er aufgefordert sich auszuweisen und seine Genehmigung für das Bemalen der Wandfläche an dieser öffentlichen Stelle vorzuzeigen.

Über den Autor

14.12.2009

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