vor 1 Jahr 31 Wochen
Baldrian?
Baldrian hab ich nicht, nur Öl aufs Feuer: In Essen kann es halt nicht immer so klappen wie mit der Privatinitiative Unperfekthaus, die der Stadt fast ganz umsonst ein volltolles (naja) Künstlerumfeld gebacken hat, neben das man gut eine Mall packen kann. (Irgendwie freut sich der UH-Betreiber mehr darüber als die vom Limbecker, scheint es.) Überall so künstliche Sachen reinpacken kann halt echt nur Kulturfreaks und Städteplanern einfallen. Stattdessen mit schon anwesenden Gruppen mal Strategien von unten entwickeln, die nicht als "cooler Protest", sondern als Nachbarschaft schaffende und erhaltende Maßnahmen funktionieren würden, das wäre m.E. mal was. Und dazu hätte auch das Grillo von Anselm Weber aus eben nicht weiter in Richtung Inszenierung von Sozialität und Solidarität, sondern noch mehr aus dem Elfenbeinturm rausgehen müssen? Hmm. :)
vor 1 Jahr 32 Wochen
Genau gestern habe ich mich
Genau gestern habe ich mich gefreut, dass ich nicht meine eigenen Texte kommentieren muss, und jetzt so eine konkrete Anfrage. :/ Vielleicht aber so Zwei- bis Dreierlei dazu: "Protest-Inszenierung" nicht wirklich, aber als Bilder gezeigt wurden, wie in Hamburg eine "Sekte" per Telekinese in Anlehnung an eine 68er-oder-so-Aktion (als die das Pentagon oder das Weiße Haus ins All schießen wollten) das Haus mit einer Versammlung von Immobilienspekulanten auch "ins All jagen" wollten: Das war mir mehr Show und Trash und künstler-Egos als Protest und Widerstand, und mir ist persönlich da schon konkrete Alltagsarbeit im Stadtteil lieber als so vollcoole Kunst-im-öffentlichen-Raum-Events, die a) echt nur ziemlich speziellen Leuten einfallen können und b) wiederum auch nur solche anziehen. Insofern ist "Rebellion" auch ein Standortfaktor, vor allem für cool-(und politisch)sein-wollende Mitläufer, ja. Dann: Das Publikum hat schon gesehen, dass bei Schlimm City einige wenige mehr als nur künstlerische und theoretische Lösungsversuche geboten bekommen wollten, dass aber viele auch da eher an dem Eventcharakter der Veranstaltung interessiert waren, am Hipfaktor des Gebotenen, etc. Das habe ich versucht mit anderen Strängen der Diskussion zu verknüpfen (Rolle der Akteure in Kreativwirtschaft und Kunst und Kulturzentren, Diskrepanz zwischen der Art der Ansprache/"Agitation" von Seiten der Leute aus diesem Bereich und den Anwohnern gegenüber der Alltags-Arbeit von street workern,...) Das einfach "wiederzugeben" war schwierig, da die meisten Leute einfach ihre Gedanken und Assoziationen rausgeschossen haben nach den Lesungen. Letztens: Es ist halt ganz merkwürdig, dass außer anscheinend dem Druckluft (weiß nicht genau, zumindest war das Ansage) kaum mehr jemand echte Stadtteilarbeit macht, aber alle meinen, ihr Scherflein zum grooßen (und irgendwie hippen - und besser subventionierten?) Thema "Strukturwandel/Gentrifizierung/shrinking cities" beitragen zu müssen. Und da ist aufzupassen, inwiefern dabei - auch trotz guten Willens vielleicht - die Kulturproduzenten überhaupt die richtigen sind, um die Anwohner etc. zu repräsentieren - wenn sie schon nicht da sind bzw. mit eigenen Ansätzen (und nicht als Show) eingebunden wurden. Und da lauert dann schon die reine "Inszenierung", ja doch.
vor 1 Jahr 33 Wochen
@C.C.
Nunja, Ladenbesitzer (off- oder online) bieten wenn nicht die eigenen, so doch zumindest die Produkte von anderen Grafikern, Designern, Handwerkern, Autoren, Musikern etc. dar. - Von Galerien, Kleinkunstkneipen & Co. mal abgesehen, fällt mir eben noch ein. (Es muss ja eben gerade nicht jedeR Kreative gleich eigene Bauchläden und Propagandaministerien mit sich rumschleppen.) Ich bin eher gegen ein Verständnis von Kreativwirtschaft, das vor allem den Dienstleistungs-, also Auftragserfüllungscharakter unterstreicht. (Und so ähnlich seh ich auch die Wettbewerbs- und Projekttopfhascher übrigens, zumindest mittelfristig.) Da sind wir wohl nicht weit voneinander weg. - Wäre "emanzipierter Kapitalismus" eigentlich auch, wenn sich Standortpolitiker eben NICHT bemühen, arme Leute aus ihren Stadtvierteln zu verdrängen, indem sie Kreative dort ansiedeln, sondern versuchen ihnen Leute hinzusetzen, die vorleben, dass man sich aus dem Sumpf von Staats- und/oder Ausbeuter-Abhängigkeit befreien kann? Ich versuch mal das morgen zu Schlimm City mitzunehmen und in den Artikel einfließen zu lassen. *denk* Und wie passt die Klage über "shrinking cities" eigentlich mit diesen aus HH und B importierten Kiezverteidigungsparolen zusammen? Können die sich alle nicht mal für eine Apokalypsenvariante entscheiden? Ich pass mal auf morgen. :D
vor 1 Jahr 33 Wochen
"Ne travaillez jamais!" vs. "Give me a Vollzeitarbeit!"
Uh, Kullmann und Deleuze ziehen also quasi an einem Strang? Ich glaube nicht, dass experimentelle Lebenskünstlerleben, Ladenbesitzertum und Projektanträgekarrieren über ein Knie zu brechen sind. Der berechtigte Unwillen, sich als eine irgendwie halbwegs autonom fühlende Person als Standortfaktor benutzt zu sehen, ist für mich nachvollziehbar. Warum aber so oft ausgerechnet an der real existierenden Staatsschürze hängende Menschen immer auf denjenigen herumhacken müssen, die eben nicht 9to5+x in Konzernuniform oder als stadtmarketingende (Sub-)Kulturträger agieren wollen, sondern sich lieber ihre eigene Hölle bauen...? Vor einigen Jahren sah ich mit Schrecken, wie eine Menge Leute - nicht zuletzt vor Ruhr.2010, aber auch andernorts - das Rennen auf irgendwelche Stadt- und Staatstöpfe eröffnet haben und sich dabei schwer angebiedert und - falls noch möglich - verbogen haben. Da habe ich persönlich dann echt mal die schätzen gelernt, die nicht als "freie Szene" in irgendwelchen Ausschüssen sitzen, sich von der punky Band Richtung Theater "verbessert" haben oder sonstwie zu Stadt- oder Staatstragenden Elementen geworden sind. (Unglaublich, wieviele Revolutionen es seitdem an den Theatern gibt!) Mir sind da die wuseligen Handwerker und Ladenbetreiber echt lieb geworden im Gegensatz zu dieser Spezies. Und als würden diese Kultur- und Kapitalismustheoretiker nicht genau das 150%ig tun, was sie an anderen kritisieren! Aber nicht jedeR darf, was Pollesch und D`sen dürfen, schon klar... Und Carl Hegemann fordert - gegen wen eigentlich? - auch weniger Subversion und mehr Anpassung, damit der Kapitalismus endlich mal schneller zusammenbricht? Innerhalb welcher Grenzen denn nun? Sollte ich vielleicht doch präventiv in den Staatsdienst wechseln? Ich muss doch sehr bitten!
vor 1 Jahr 41 Wochen
Kleinstädte

"Viersen" war in dem Moment eine Metapher für Kleinstädte im Umland. Konkret für dieses Jahr hätte es z.B. auch "Meppen" treffen können - und dann wäre Norman Palm gemeint gewesen. :)

vor 1 Jahr 42 Wochen
Romantik-Standort Dortmund

Also, ich hab schon romantischere Bilder gesehen. :) Und das Wirtschaftsunternehmen Beatplantation mit dem künstlerischen Anspruch kann vielleicht auch woanders diskutiert werden. Aber:
Ich schrieb ja, dass Dortmund-Politik gemacht wird. Und das meinte ich durchaus in dem Sinne, dass vor allem diese eine Stadt repräsentiert ist/wird. Weiß gar nicht warum das einen "als Dortmunder freuen" soll. Tanzmusik-künstlerisch bedeutet das auf jeden Fall eine Einschränkung, und umso mehr die Nacht bei JB als "Dortmunder Ding" gesehen wird, umso weniger interessiert es Leute von außerhalb, da überhaupt als einzelne gegen antreten zu wollen. Du wirst keine relevanten Essener, Bochumer, Düsseldorfer und Kölner finden, die sich mit - no offend - tanzmusik-künstlerisch nur im mittleren Durchschnitt agierenden Dortmunder Clubs um die zu vergebenden Plätze balgen. Und viele Gäste gehen halt permanent um 11, 12, 1 Uhr, eben weil nur bedingt mehr (Roman Flügel,...) als sonst in Dortmund üblich zu erleben ist. Das bedeutet nicht dass das Grundkonzept der Vergabe falsch ist, sondern nur die Tendenz, alles durchaus gerne in den eigenen Stadtmauern zu halten. So etwas "passiert" nicht einfach. Was Dich also "freut" beißt sich mit Deiner Beobachtung vom Wirtschaftlichen. Es gibt nicht nur "Mauer um die Stadt" oder "globaler Vollkommerz", sondern viele Grauzonen der (in DO so geschätzten) Sozialdemokratie dazwischen. :D

vor 1 Jahr 46 Wochen
Danke. Ja, ich mein das schon

Danke. Ja, ich mein das schon ernst: "Eine gewisse Verengung des Themenspektrums, ein gutes Maß an Konsolidierung und zumindest der Versuch, auch an „die Kleinen“ zu denken, speziell von Seiten der c/o pop, das waren gelungene Signale." So kann auch vielleicht irgendwann einmal das permanente, irgendwie immer alles umspannende "Überthema" Internet etwas in den Hintergrund treten. Welche Formate? Das ist eine gute Frage. Spontan fällt mir ein, dass spezielle Panels auf der C'n'B eher konkrete Arbeitsergebnisse präsentieren könnten, die in bestimmten Bereichen das Jahr über entwickelt wurden oder so etwas. Frisches und Greifbares, und dann halt teils durchaus mal thematische Schwerpunkte setzen. Niemand will da ja immer alles besuchen. Zwei exklusive, konkret Nutzen bringende Top-Panels bringen mehr. Zum Beispiel. Und etwas mehr "Umfeld", wo danach niedrigschwellig und ungezwungen kontaktet werden kann. Mehr würde ich hier jetzt nicht ausführen wollen. :)

vor 1 Jahr 47 Wochen
Verständlich ist natürlich,

Verständlich ist natürlich, dass da wo "große Namen" - wie geschrieben - auch nur von der digitalen Generation getrieben werden, die "Auftragnehmer", "Dienstleister" und "Seitenfüller" ganz vorsichtig sind und oft eben mucksmäuschenstiller als gebraucht, auch wenn ihre (potentiellen) Brötchengeber mal auf dem Holzweg sind, was ihre Geschäftsmodelle betrifft. Die flexiblen mobile units gehen schnell dahin wo das Geld ist und wenn's schief geht eben woanders hin. das sind aber meist eher die Softwareentwickler, Grafiker et al und nicht die Schreiber, die sich offensichtlich letztlich immer noch eher in einer Art Beantenstatus sehen. Ich meinte dann hinterher zu der anderen Aufzeigenden, der Rest des Panels wäre wohl vom WDR oder (gerne) DuMont... ;) - wobei DuMont vom Ansatz her ja sogar gut und zurecht mehr von freien Schreibern als von fulltime-Angestellten ausgeht.

vor 2 Jahre 1 Woche
yo!

Erst dachte ich, den Kommentar müsse ein gewisser Thomas Meiser geschrieben haben. Der verkleidet sich auch zu Berichten vom z.B. Haldern Pop schon immer als "Thompson schreibt gerade mal wieder für den Rolling Stone". Tipp: Auf seine Berichte vom Moers Festival in diesem Jahr achten, ggf. danach suchen. Oder natürlich einfach selber machen. Vorschlag: Fear and Loathing in Hohensyburg! ;)

vor 2 Jahre 3 Wochen
Mal ab von der Betreffzeile:

Ich glaube, das habe ich verstanden.

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