vor 1 Jahr 37 Wochen
Am Ende

Seit mehr als 10 Jahren selbst in dieser sagenhaften Kastanienallee wohnend (heute würde ich hier bestimmt nicht mehr landen & könnte mir auch die Mieten nicht leisten), möchte ich doch klar feststellen: Die Straße ist längst konsequent zu Ende gentrifiziert. Einzelnen Häusern, die von ihren Eigentümern zur Spekulation erworben wurden, mag die Luxussanierung noch bevorstehen. Weitere Aufwertungen, auch der Neubau von Luxuswohnungen, sind in Planung & werden den Kiez weiter verändern. Daß die Investoren dabei in irgendwelche Schranken verwiesen würden, ist nicht erkennbar. & das passiert in Berlin ja auch genauso selten wie im Ruhrgebiet. »Einige Anwohner mußten umziehen« ist eine Beschönigung - es war die Mehrheit. Die allerletzte Stufe der Gentrifizierung bilden dann sogenannte urban villages (eines entsteht hier um die Ecke), die Wohnen wie am Stadtrand von Stuttgart mit dem Gefühl, irgendwie »dabei« zu sein, zu verbinden suchen. Diese Eigenheime sind eine Pervertierung von Urbanität, die entsprechenden Straßenzüge veröden - es bleibt nur die Hoffnung, das Haus am Stadtrand möge bald wieder in Mode kommen

vor 1 Jahr 37 Wochen
Image & Wirklichkeit

Die Rede vom Imageproblem suggeriert, eine an sich gute Sache werde bloß schlecht »verkauft«. Schön wär's! Das Problem ist doch, daß der öffentliche Verkehr im Ruhrgebiet so schlecht organisiert & teuer ist, daß man niemandem das Autofahren verdenken kann. Von einem Netz auf »Metropolenniveau« ganz zu schweigen! Der Nahverkehr im Revier besteht aus einer Vielzahl von sternförmig auf das jeweilige Stadtzentrum ausgerichteten Netzen, die jeweils den Anforderungen von Klein- & Mittelstädten entsprechen, Vernetzung ist nicht. Dortmund ist in der Tat die einzige Stadt, die aus dem Planungsdesaster der gescheiterten »Stadtbahn Ruhr« mit einem halbwegs funktionierenden U-Bahnnetz herausgekommen ist. Aber in Duisburg verkehren die wichtigsten Linien abends im Halbstundentakt, in Hagen wird ab 21.30 h & an Sonntagen schon ab 19.30 h nur noch das ausgedünnte »Nachtnetz« angeboten usf. So überzeugt man keinen Autofahrer. Ein notwendiger erster Schritt zur Verbesserung wäre die Zerschlagung von BOGESTRA, EVAG & Co. & die Etablierung einer ruhrgebietsweiten, einheitlichen Verkehrsgesellschaft. An vielen Stellen mögen Metropolengehabe & Zentralisierungsbestrebungen unangemessen bis schädlich sein - hier nicht!