Wanne-Eickel Hauptbahnhof - Tonaufnahme vom Bahnhof der Superlativen

1856 bekam die Zeche Pluto einen Gleisanschluß an die Strecke der "Cöln-Mindener Eisenbahngeselschaft" zum Abransport ihrer Kohle. Personenverkehr am Güterbahnhof gab es ab 1864. Von da an wurde die Station immer mehr zum Knotenpunkt im Personenverkehr: in Nord-Süd-Richtung auf der Strecke von Gelsenkirchen nach
Münster, auf der Ost-West-Strecke von Oberhausen nach Dortmund.

Gastwirt Hermann Rühmann betrieb hier zusammen mit seiner Frau bis 1913 ein Bahnhofsrestaurant, unterstützt von seinen Söhnen Hermann und Heinz. Später übernahm Vater Rühmann in Essen das neue Hotel Handelshof, Sohn Heinz Rühmann (1902-1994) wurde einer der bekanntesten deutschen Schauspieler des 20.Jahrhunderts.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde Wanne-Eickel Hauptbahnhof zu einem Bahnhof der Superlative: Personenbahnhof, Verschiebebahnhof, Güterumschlagplatz und Heimatbahnhof für mehr als 100 Lokomotiven und 200 Waggons. Die gesamte Anlage war vier Kilometer lang und bestand aus 120 Kilometern Gleisen, bis zu 70 Spuren nebeneinander. In den 1960er Jahren bezeichnete sich Wanne-Eickel daher als Stadt mit den längsten Bahnsteigen Deutschlands.

Nach dem Zusammenschluss von Wanne-Eickel und Herne (1975) blieb der Name: Wanne-Eickel Hauptbahnhof. Zwar plante die Deutsche Bahn 2003 seine Umbenennung in "Herne Hauptbahnhof", dagegen gab es aber auf Wanner Seite so großen Widerstand, dass wir bis heute im Hauptbahnhof Wanne-Eickel abfahren können: am liebsten zum Strand, mit dem Intercity nach "Norddeich Mole".

Quellen

Frank Niehusmann studierte Philosophie und Geschichte an der Ruhr-Universität in Bochum. Von 1983 bis1998 arbeitete er als Autor, Moderator und Produzent für Radio und Fernsehen.

Frank  NiehusmannIm Jahr 1978 experimentierte er zum ersten Mal mit elektronischer Musik; seitdem komponiert er Musik für elektroakustische Live-Performances, Klang-Installationen, experimentelle Videos, TV-Dokumentationen ("Abenteuer Ruhrpott"), Radio-, Theater- und CD-Produktionen.
Internationale Gastspiele und Aufführungen seiner Werke gab es in Clubs und auf Festivals in Argentinien, Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Irland, Japan, Korea, Österreich, Spanien, Türkei, Ungarn und USA.

Seit 2006 ist Frank Niehusmann Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik - DEGEM e.V.
Zusammen mit Peter Eisold leitet er in Essen die Konzertreihe
"10vorne - der elektroakustische Salon". Mehr zu Frank Niehusmann:
www.niehusmann.org

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Di, 04.05.2010 0

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04.05.2010

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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