Chancen und Risiken für Jazz im Ruhrgebiet - Teil 2
- Serie: Jazzatlas Ruhr
Weitere sieben Köpfe des Ruhr-Jazz kommen zu Wort. Im zweiten Teil von "Chancen und Risiken" aus der Podcast-Reihe "Jazzatlas Ruhr" beurteilen Nadine Deventer, Waldo Riedl und weitere Akteure aus der Szene die Chancen und Risiken für den Jazz im Ruhrgebiet.

(Jazzwerk Ruhr, Dortmund)
Chancen
Das Domicil in Dortmund ist ein Super-Partner und hat großen Anziehungswert auch für Musiker von außerhalb.
Risiken
Schlimm wäre, wenn die Initiativen die Kulturhauptstadt 2010 nicht als Chance begreifen würden.
"Schlimm wäre, wenn die Initiativen die Kulturhauptstadt nicht als Chance begreifen..."

(Folkwang Hochschule Musik, Essen)
Chancen
Die Szene ist parzelliert. Ohne Ruhr 2010 sehe ich keine großen Möglichkeiten.
Risiken
Von Essen nach Dortmund fährt man vielleicht 30 Minuten, das sind aber nicht die 30 Minuten von Berlin-Lichtenfelde zum Potsdamer Platz. Der riesige Raum Ruhrgebiet muss zu einem gemeinsamen Bewußtsein finden.
"Ohne Ruhr 2020 sehe ich keine großen Möglichkeiten."

(Moers Festival)
Chancen
Die Städte konkurrieren - nicht nur im Bereich des Jazz - zuviel auf dem Felde des Mainstream, davon profitiert letztlich nur Berlin.
Risiken
Die Lage im Ruhrgebiet ist so, dass es viel mehr Risikobereitschaft geben könnte, weil man im kulturellen Bereich fast nichts zu verlieren hat.
"Die Städte konkurrieren....davon profitiert letztlich nur Berlin."

(Landesmusikrat NRW, Düsseldorf)
Chancen
Die Chance Nr. 1 ist, dass das Land und die Kommunen 2010 darauf angewiesen sind, sehr viel zu präsentieren, trotz des großen Spardrucks.
Risiken
Ich bin skeptisch, ob die Organisationsbildung der Jazzmusiker als Gesprächspartner für Land und Kommunen nach 2010 gelingt.
"Im Bereich des Jazz wird man 2010 innovative Dinge präsentieren und auch bezahlen können."

(Saxophonist, Essen)
Chancen
Dass man die Leute, die hier leben, dafür sensibilisiert, dass es außer Arbeiten noch etwas anderes gibt, nämlich Kultur
Risiken
Viele gute Musiker ziehen nach Köln oder Berlin, Städte, die über mehr Flair verfügen
"Viele gute Musiker ziehen nach Köln oder Berlin, Städte, die über mehr Flair verfügen."

(Bassist, Jugendkunstschule Unna)
Chancen
Es gibt viele tolle Jazzmusiker, die mehr gemeinsame Lobby-Arbeit leisten sollten. Kinder- und Jugendprojekte mit Jazz - wie in Finnland - wären mein Vorschlag für 2010.
"Es gibt viele tolle Jazzmusiker, die mehr gemeinsame Lobby-Arbeit leisten sollten."

(Domicil, Dortmund)
Chancen
Bei diesem Potenzial, von West nach Ost, von Moers zum Domicil, könnte Jazz zum Sound des Ruhrgebietes werden.
Risiken
Sie Situation ist labil; auch wenn wir mit dem Domicil viel erreicht haben - man kann sich nie zurücklehnen. Der Kampf ist ein Dauerkampf.
"...könnte Jazz zum Sound des Ruhrgebietes werden."
DR. JOHANNES BULTMANN
(Intendant Philharmonie Essen)
Chancen - Gute Chancen durch die Folkwang Hochschule und die Industrieräume
Risiken - Veranstaltungsszene wird Probleme haben durch die Nothaushalte der meisten Revierstädte
"...Probleme durch Nothaushalte der meisten Revierstädte."
>>> Weitere Jazzatlas Ruhr - Beiträge <<<
Michael Rüsenberg - Foto: Kurt Rade
Autor des Jazzatlas Ruhr ist Michael Rüsenberg, der seinen WDR-3-Report über Jazzstädte in NRW in der betreffenden Region wesentlich vertieft und erweitert hat. In über 20 Beiträgen - lokal, regional, überregional - fächert er die Landschaft auf, mit über zwei Dutzend Gesprächspartnern, die in diesem Multi-Media-Projekt ausführlich zu hören sind. 
Foto Nachweis: Kurt Rade ( www.kurt-rade.de), Ruhr Tourismus GmbH, Klaus Lindemann, Markus van Offern, Frank Vinken, Stefan Grohmann, Josip Djakovic, Benjamin Lütkemeyer, Isabel Dreesbach, Konstantin Kern, Georg Schreiber, Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH, Messe Essen GmbH, Michael Heine, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Daniel Junker, Marc Hartstein, Zentrum für Internationale Lichtkuns e.V. Unna, Werner J. Hannappel
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