"Wenn es doch in Sachen des Geschmacks oder der Kritik überhaupt ein Ober-Appellations-Gericht gäbe!!" schrieb einst Georg Christoph Lichtenberg (Sudelbücher) - und natürlich gibt's keinen.
Ihre offene Antwort hat Stil, aber mir geht' s nicht um ein "Friedensangebot" und auch nicht ums "würdig" beworben sein.
Eine Redaktion darf immer gelieferte Artikel bearbeiten usw., aber hier hat die Redaktion (nicht etwa andere Blogger, da kommen eher spannende Feedbacks, Kommentare und Mails) in den zusätzlichen Tweets/Kommentaren zu meinen Blogs mich nun dreimal diskreditiert - und das reicht. Mein Post zu den Reisestipendien erhielt redaktionellerseits einen schlecht recherchierten Kommentar von "Fesel" mit der Überschrift "Langeweile der Superlative", dazu jetzt die Tweets "Gerd Herholz stänkert wieder" und " Viel Lobhudelei für Sigrid Kruse".
Langweiler, Stänkerer, Lobhudler? Der Herr bewahre mich vor solchen redaktionellen Freunden.
Wir sind also geschiedene Leute. Und das ist doch o.k. und für niemanden arg.
Ich blogge jetzt lieber anderswo.
Vielleicht lernt die Redaktion doch noch aus diesem kleinen Streit. Stichwort "Autorenpflege".
Beste Grüße und viel Erfolg weiterhin
Heute hat doch im 2010lab jemand aus der Redaktion meinen neuen Beitrag "Kultur-Alltagsmythen 2" not-dürftig betwittert. Text: "Gerd Herholz stänkert wieder..., diesmal.." Original-Notiz: #Gerd #Herholz #stänkert wieder. #Ziel diesmal: #Politiker und der #Mythos der #Lese#förderung
Achherrje, illustriert diese Notiz nun das Phänomen flapsiger Blogger/Twitter-Sprache oder genau jenen Verlust des Sprachgefühls, den ich ich in diesem Literatur-Blog schon bei Grönemeyers Ruhr-Hymne beklagte?
Ich stänkere sehr selten und das hoffentlich nur im privaten Raum. Öffentlich analysiere ich gern, argumentiere, polemisiere, provoziere und stecke dann auch differenzierte Kritik ein. Dies alles gehört zur klassischen Disziplin der Kritik – kommt, liebe Redaktion - aus dem Griechischen und meint zunächst ein Unterscheiden-Lernen und -Können.
'Stänkern' hieße eher, dann und wann geistig sorglos einen fahren lassen..., also eher den Hintern als das Hirn zu nutzen, diese Art geistiger Blähungen überlasse ich gern anderen.
Kennt ihr den Unterschied zwischen Stänken und Kritik wirklich nicht? Oder haltet ihr solche Twittereien für voll krass-coole Kommentare?
So wie ihr meinen Beitrag betwittert, kann man als Redaktion die Qualität von Beiträgen auch entwerten und seinen Autor öffentlich diskreditieren. Schade. Außerdem muss man sich mit einem ‚Stänkerer‘ nicht mehr auseinandersetzen. Ist es dass, was ihr wollt.
Erreichen werdet ihr's mit euren Splitter-Twittern beim sorglos über Tasten zittern jedenfalls. Ich hab ehrlich kaum noch Lust für euch zu schreiben, wenn ihr meine Beiträge weiter so beschämend bewerben solltet.
Nett, dass Du so gelassen reagierst. In der Tat bezieht sich Gesundheits-Stasi wie im Text am Ende des vorletzten Absatzes zu lesen auf die "Methode", das ist der Gesundheitsstaatsschutz im Roman Zehs.
Das Gute an Zehs Roman ist, ganz plausibel zu zeigen, wie die Forderung nach staatlicher Reglementierung im Gesundheitswesen ganz schnell umschlagen kann in Abbau von Bürger- und Menschenrechten. Wenn man den Rauchern die Krankenversicherung entzöge, was machen wir dann mit Trinkern, Extremsportlern, Übergewichtigen, Workaholics, Internet-Junkies, psychisch Kranken (die sich oft schaden, ohne etwas dagegen tun zu können), Geisterfahrern oder Schalke-Fans ... "Ein weites Feld" würde der alte Briest in Fontanes "Effi ..." sagen.
Das ist ein schönes melancholisches Lied. Ich hör's manchmal nebenbei übers Video. Kann man das in der Fassung auch fürn EiPott kriegen? Wie? Wo?
Für die linke Spur zu langsam,
für die rechte Spur zu schnell,
zu verquer für Einbahnstraßen,
für den Tunnel viel zu hell.
Für die Sackgasse zu wendig,
für all den Kreisverkehr nicht rund genug,
nachts auf der Autobahn freihändig:
ein bisschen Leben wär' schon Grund genug.
Lieber Bernd Fesel,
heute nur schnell abseits des Projekte-Eustress ein kurze Erwiderung - in der nächsten Woche versuche ich dann, auf Ihre Argumente intensiver einzugehen.
Jetzt möchte ich Ihnen und den Lesern hier nur kurz die Sicht von Literaturförderern und Autoren ans Herz legen.
Der von mir sehr geschätzte Ingo Schulze ("Neue Leben", Berlin Verlag) hat zum prekären Verhältnis von Literatur & Sponsoring einen spannenden Aufsatz geschrieben, Titel:
(K)ein nobler Dienst an der Gesellschaft.
Im Sponsorenkäfig – Warum der demokratische Staat eines seiner wichtigsten Selbstverständigungsinstrumente nicht weiter zur Disposition stellen sollte".
Der Aufsatz erschien im "Freitag" und Ingo Schulze hat uns erlaubt ihn als "Text des Monats Mai 2008" auf die Homepage des Literaturbüros Ruhr zu stellen. Einfach mal auf der Homepage links "Text des Monats" anklicken, wenn dann der Text erscheint: auf "Rückblicke..." klicken.
Der lange Link direkt:
http://www.literaturbuero-ruhr.de/index.php?id=singleansicht0&tx_ttnews[tt_news]=143&tx_ttnews[backPid]=3&cHash=0104a8b72a
Der Text lohnt sich sehr. Und mir geht's zunächst nicht darum, ob nicht auch die Buchbranche zur Creative Industry gehört, sondern darum, in welchen Zusammenhang z.B. ein Schriftsteller gerät, der einen Preis oder eine Förderung von einer Großbank oder einem Stromkonzern annimmt (darüber spricht u.a. auch Schulze).
Let's discuss.
Mist, der Kommentar oben war als zweizeiliges Gedicht formatiert.
Auch in der Vorschau noch. Die Speicherfunktion hat ihn dann zusammengeklumpt. Sorry.
raucherträume
(politisch völlig unkorrekter, balladesk-starker tobak für rolf dannemann)
es begann mit meinem linken raucherbein
das verließ mich im OP
kurz danach tat mir ein lungenflügel weh
schwarz wurd sogleich der kleine rechte zeh
ganz verkrebst scheint bereits die gelbe zunge
rolf, ich sag dir, junge, junge, junge
und das könnt vielleicht das letzte sein, was ich sag,
es sei denn, dass ich dich nochmal nach `ner fluppe frag
vivat, es leb‘ der mut, uns selbst zu schaden
komm, hoch, auf, los geht’s zum zigarrenladen
und fast zu nichts mehr zu gebrauchen
biet ich dann den schönsten frauen an:
du, ach du, bin zwar selbst nicht mehr aktiv
doch an ne aktive komm ich noch immer dran
oder willst du, schönes frauchen, stundenlang
nackt an meiner seite passiv rauchen?
Jürgen Lodemann mailte mir eben aus Freiburg (nachdem er sich - wie viele - über die Kompliziertheit dieser Kommentarfunktion geärgert hat, vor allem über den oft unleserlichen Krakel-Captcha, der Gästen das Kommentieren nur erschwert):
"Danke fürs gute Gedenken, sagt der Alte hinterm Schwarzwald und würde sich freuen, wenn - zum Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr - das alles mal wieder lieferbar wäre, also "Essen Viehofer Platz" und darin die GANZE Predigt des Herrn Predigkeit - es grüßt J.L."
Lieber Jens Mayer,
unbekannterweise einen Gruß & Dank für die freundliche Besprechung von "Stimmenwechsel - Poesie längs der Ruhr". Was den Klartext Verlag und mich verblüffte: Im Februar waren die ersten 1.000 Exemplare raus und die Anthologie ging in die zweite überarbeitete (vollkommen unsubventionierte) Auflage. Und auch davon ist schon wieder ein Teil verkauft.
Die Gründe, realistisch:
- viele Beiträger des Bandes verschenken das Buch weiter;
- Gedichte & Interpretationen ausgewiesener Lyriker (Thenior, Rothmann, Poschmann), begabter Newcomer und renommierter Interpreten Prof. Kaiser, Willemsen...) machen neugierig;
- die WAZ(-Gruppe) druckt jede Woche ein Gedicht aus dem Band auf der regionalen Kulturseite; mit Quellenangabe;
- viele Leser meinten, dass sie schon lange nach einer schön gemachten Anthologie auch mit Gegenwartslyrik längs der Ruhr gesucht haben;
- einige Menschen mögen die Interpretationen; auch viele Lehrer sind scharf drauf;
- last, but not least: Die Qualität des Bandes hat sich rumgesprochen; da ist richtig intensiv ausgewählt, korrigiert und lektoriert worden, das hat nicht geschadet.






































