Forum d´Avignon: Barbara Hendricks über Kunst und Wahrheit

„Weil es so richtig schwierig ist zu sagen: So viel bin ich wert!“

Mit Sorge und Hoffnung blickt die berühmte Sopranistin und UNHCR Botschafterin auf Lebenszeit, Barbara Hendricks in die Zukunft. Künstler müssen heute in einer digitalen Welt den geänderten Ansprüchen an ihr Werk und dem neuen Selbstverständnis von unternehmerischer Kreativität gewachsen sein, ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren. Bleibt dabei der kulturelle Auftrag von Kunst auf der Strecke? Auf dem Forum d`Avignon verriet uns die Schwedin US-amerikanischer Herkunft ihre engagierte Sichtweise und gab praktische Ratschläge.

 

Das alte Lied vom gut verdienenden Künstler, der sich nur um den kreativen Prozess kümmert und mit Verträgen, Geld und Verwaltung nichts zu tun haben will, ist endgültig und ein für allemal ausgesungen. Will man als Künstler heute Kontrolle über seine eigene kreative Arbeit und sein Werk haben, dann muss man selber strategisch denken, unternehmerisch handeln und im Internet präsent sein.

 

 

Wenn Kultur nur noch Geschäft ist

Aber was stimuliert und motiviert den Künstler in Zeiten der Kultur- und Kreativwirtschaft dann noch? Killt der Zwang zum unternehmerischen Denken und der multimedialen Selbstvermarktung die Kreativität? Es gibt mittlerweile viele Autoren und Songwriter, die diesem Trend und Druck nicht Stand halten und ihren Beruf an den Nagel hängen und sehr viele Künstler, die in Altersarmut enden. Künstler müssen etwas zurück bekommen, damit sie weiter machen. Und das ist nicht mit Geld zu bezahlen: Kultur eben.

Oder wie Barbara Hendricks dieses Phänomen umschreibt: „Ein Gespräch über unsere Conditio Humana; Ein Teilen, das absolut essentiell für unser menschliches Leben ist.“

 

 

Text: Boris Alexander Knop

Sun, 11.11.2012 0

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29.11.2009

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