
Frisches Geld für die nicht so ganz freie Szene
Land NRW knüpft Zuschüsse an Bedingungen. PACT Zollverein atmet auf.
Während bei klammen Kommunen im Ruhrgebiet die nächste Kürzungsrunde im Kulturbereich vor der Tür steht, oder sich wie in Dortmund die konkrete Bereitstellung versprochener Gelder in der Schwebe befindet, hat das Land NRW Ende Oktober positiv aufhorchen lassen. Der Etat zur Unterstützung der freien Theaterszene werde im Hinblick auf das neue Jahr um 1,6 Millionen auf insgesamt 6,4 Millionen Euro aufgestockt.

Bettina Milz kann aufklären: „300.000 € kommen aus einer Umschichtung im Kulturetat. 100.000 € aus dem neuen Förderkonzept.“ Zu den bisherigen 350.000 € für Betriebsausgaben und 100.000 € für das Residenz-Programm gesellt sich oben genannter Betrag, ausgewiesen für Projektmittel, hinzu. Damit honoriert das Land nachträglich die Leistungen während des Kulturhauptstadtjahres: Milz resümiert: „PACT hat eine entscheidende Funktion bei RUHR.2010 übernommen.“

Freude und Relativierung im Hause PACT: „Der Zuschuss ist für uns eine Sensation“, frohlockt Nassrah-Alexia Denif von der Pressestelle, ergänzt aber sogleich: „Wir haben jetzt nicht mehr Geld“. Grund ist das 2010 ausgelaufene Bundesprojekt „Tanzplan“, dessen Mittel im laufenden Jahr nicht mehr zur Verfügung standen. Um das vorherige Level wieder zu erreichen, springt nun das Land in die Bresche. PACT-Geschäftsführer Christian Koch drückt es salomonisch aus: „Das Land verkauft es gerne als Erhöhung. Das ist sein gutes Recht, weil es zu nichts verpflichtet ist.“ Mit den Zusatzmitteln ist nun u.a. das Wiederaufleben des Symposiums „Explorationen – Beyond Curating“ angedacht. Im Umgang mit Fördermitteln ist die freie Szene dann gar nicht mehr so frei, wie Koch anmerkt, denn in der Regel ist ein Zuschuss immer für bestimmte Bereiche vorgesehen. Heißt im Fall PACT, dass mit dem frischen Geld weder anfallende Stromkosten beglichen, noch neue Stellen geschaffen werden dürfen.
Comments
Similar Content
Topic
City
Branch
Recent Tweets




































Ich sag mal wieder...
Mehr Geld für Freie