Brigitte Krieger in ihrem Essener Kunstraum "Baustelle Schaustelle".

Kleiner Raum für große Kunst

Brigitte Krieger bietet ein Experimetierfeld für Künstler in der Baustelle Schaustelle

Ein übersichtlicher Raum, 15 Quadratmeter groß. Eine Auswahl an Fotografien hängt an den Wänden. Die Bilder stammen aus der Serie "Kunstlicht" der Fotografin Susanne Elsässer. Mittendrin steht der Schreibtisch von Brigitte Krieger. Die 61-Jährige hat in der Baustelle Schaustelle in der Brigittastraße in Essen-Rüttenscheid einen Kunstraum für junge Künstler erschaffen. Seit Herbst 2007 stellen dort alle sechs Wochen Fotografen, Maler oder Installationskünstler ihre Kunstwerke aus.

 

2007 sanierte Brigitte Krieger die ehemaligen Räume des Möbelhauses Ruhr-Möbel ihres Vaters. In dem ehemaligen Baubüro entstand die heutige Baustelle Schaustelle. Brigitte Krieger begeistert sich für junge Kunst, hat ehrenamtlich in der Düsseldorfer Kunstsammlung gearbeitet, Ausstellungen kuratiert. "Ich habe eine breite Ausbildung und nichts ins Blaue hinein gemacht. Ich habe viel gelernt und vor allen Dingen habe ich mir gute Netzwerke geschaffen", berichtet Brigitte Krieger. Nach dem Vorbild eines Sammlungshauses wollte sie etwas Kleineres, Persönlicheres schaffen. Kunst konzentrieren.

Nicht-kommerzieller Schauraum

"Alle sechs Wochen eine neue interessante Ausstellung – das macht Spaß. Das ist wie ein Geschenk", sagt sie. Ein Geschenk, das sie sich selbst macht. Denn Brigitte Krieger verdient mit der Kunst kein Geld. Vielleicht bewerben sich Künstler auch deshalb gern um den kleinen, aber feinen Projektkunstraum, sogar europaweit. Für 2012 ist die "Baustelle Schaustelle" schon komplett ausgebucht. "Wir sind non-kommerziell. Meine vier studentischen Hilfskräfte der Folkwang-Hochschule und ich arbeiten 30 Stunden in der 'Baustelle Schaustelle'. Wir pflegen Verteiler, bauen Ausstellungen auf, betreuen die Künstler, halten Kontakte. All das finanziere ich aus meiner eigenen Tasche. Und wenn sich Besucher für Kunstwerke interessieren, behalte ich nichts für eine Vermittlung. Den Künstler kostet das also nichts."

 

"Wir bereiten den Künstlern eine Praktikerwiese."

 

35 Kunstprojekte hat Brigitte Krieger bereits in der Baustelle Schaustelle organisiert – im Bereich der bildenden, aber auch der darstellende Kunst. Sogar schon ein klassisches Konzert hat sie in das Programm aufgenommen. Brigitte Krieger strebt interdisziplinäre Kunstformen an. Dabei greift sie nie kuratorisch ein. "Den Künstlern bereiten wir hier eine Praktikerwiese. Und sie entscheiden selbst, was sie damit tun wollen. Das verantworten sie selbst." Die Ausstellungsmacherin kennt das Geschäft und sieht sieht ihre Aufgabe auch ein bisschen darin, jungen Künstlern zu zeigen, wie der Marktmechanismus im Kunstgeschäft funktioniert.

Um die Arbeit der jungen Künstler zu würdigen hat die "Baustelle Schaustelle" 2010 erstmals einen Kunstpreis ausgeschrieben und damit macht Brigitte Krieger nicht nur Essen und dem Quartier Essen-Rüttenscheid ein Geschenk, sondern vor allen Dingen den Künstlern. "Ich wünsche mir, dass das kreative Potential in Essen und im Ruhrgebiet mehr wahr genommen würde. Ich bin 1983 aus Essen nach Düsseldorf gezogen, um bei meiner Rückkkehr 2007 festzustellen, dass es noch weniger Galerien als zuvor gibt. In Düsseldorf gibt es viele Projekträume, die ähnlich funktionieren wie die 'Baustelle Schaustelle'. Trotzdem gibt es im Ruhrgebiet eine lebendige junge Szene. Das finde ich toll und die muss wahr genommen werden", so Brigitte Krieger.

Thu, 25.08.2011 0

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04.12.2009

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These days, more than 5 million inhabitants do experience the transformation of their post- industrial Ruhr area in the western part of Germany to an exciting European „place to be“, a budding metropolis in a post-Capital of Culture 2010 identification process with its industrial culture as part of a collective memory being a characteristic feature – and an orchestrated mass event.

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