Bochum Total: Feuertaufe für den Musik-Nachwuchs

Björn Büttner verzieht das Gesicht und gibt einen „Iiiekk“-Laut von sich. Der Pressesprecher von Deutschlands größtem Umsonst & Draußen-Musik-Festival Bochum Total hat nicht etwa Atemwegsprobleme, sondern versucht die Reaktion von Nachwuchsbands wiederzugeben, wenn diese erstmals vor tausenden von Zuschauern auf der Bühne stehen.

„Viele kennen unser Festival von vor der Bühne. Jetzt erleben sie zum ersten Mal die andere Seite.“ Gleich mehrere Förderprogramme regionaler und bundesweiter Musikinitiativen sind mittlerweile Kooperationspartner, wenn das Ruhrgebiet für vier Tage tatsächlich einmal zur Musikmetropole avanciert.

Bochum Total: Publikum
So schickte das NRW Kultur-Sekretariat 2011 unter dem Label popUPNRW mit Stefany June, So Kind Stacy, Die Magneten und The Staars gleich vier Bands zum „Stresstest“ vor großes Publikum. Ebenso in Bochum zu Gast waren die beiden SchoolJam-Gewinner Zero Gravitation und Artig.

Neben den charterfahrenen Jupiter Jones und Alin Coen (Teaserfoto) traten in Bochum auch The Bonny Situation aus Duisburg auf, die allesamt via vom Deutschen Musikrat ins Leben gerufenen PopCamp in den Genuss eines professionellen Coaching gekommen sind. Projektleiter Michael Teilkemeier setzt bei der Auswahl traditionell auf „Vielfalt statt Mainstream“.

Für das Sammeln von Live-Erfahrung ist da Bochum-Total immer schon ein gutes Pflaster. So spielten sich Jupiter Jones in den letzten Jahren von der kleinen Bühne bis zum Hauptact auf der Main-Stage hoch und Alin Coen bekam als Dank für ihr wundervolles Konzert 2011 eine Besucherschar vorgesetzt, die entgegen üblicher „Straßenfest“-Verhältnisse auch mal in aller Stille zuhören konnte und wollte.

Bochum Total: Publikum
„Der Auftritt hat gezeigt, dass auch so etwas funktioniert. Ein großes Lob ans Publikum“, bedankt sich auch Björn Büttner, der den Stellenwert des fast gänzlich frei finanzierten Festivals für den heimischen Standort hervorhebt: „Wir sind eine Stadt, die nicht über so viele überregionale Aushängeschilder verfügt. Grönemeyer, das Schauspielhaus, Steve Sloane, manchmal der VfL und wir. Das war es schon fast.“

Kurze Wege, eine phantastische Location und moderate Preise seien für ihn die Garanten für den alljährlichen Erfolg. „Bei Bochum-Total profitieren wir und die Gastronomen gegenseitig voneinander. Da können alle eigentlich nur gewinnen.“ Nach einem Vierteljahrhundert Festival-Existenz greifen mittlerweile viele Automatismen und so hat der Presseverantwortliche für das nächste Jahr eigentlich nur einen Wunsch, was im Vergleich zu 2011 anders laufen sollte: „Das Wetter muss sich ändern.“

Den Nachwuchsbands werden die herbstlichen Temperaturen noch am wenigsten ausgemacht haben. Björn Büttner: „Für einige wird es der Höhepunkt gewesen sein. Anderen steht vielleicht noch eine große Karriere bevor.“ So oder so. Bochum-Total wird im Gedächtnis haften bleiben.


Fotos: Michael Blatt
Mon, 25.07.2011 0

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05.01.2010

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Metropole Ruhr
These days, more than 5 million inhabitants do experience the transformation of their post- industrial Ruhr area in the western part of Germany to an exciting European „place to be“, a budding metropolis in a post-Capital of Culture 2010 identification process with its industrial culture as part of a collective memory being a characteristic feature – and an orchestrated mass event.

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