25 Jahre Union Gewerbehof - Von der Handwerkerkolonie zum Kreativstandort

Der Uniongewerbehof in Dortmund feierte dieser Tage ein Vierteljahrhundert Bestehen. Als jedoch damals 13 Beschäftigungslose die ehemaligen Laborgebäude der Hoesch Stahl AG besetzten und später einen legalen Nutzungs- und Mietvertrag bekamen, war das Ziel beileibe nicht, einen der wichtigsten Kreativstandorte in Dortmund zu schaffen.

Hans-Gerd Nottenbohm, Geschäftsführer des Uniongewerbehofs
2010LAB.tv im Interview mit Uniongewerbehof- Geschäftsführer Hans-Gerd Nottenbohm über die Entwicklung zur Kreativinsel, das Umbauquartier Rheinische Straße und die kreative Szene im Schatten des benachbarten Dortmund U.

Wie ist es dazu gekommen, dass sich aus einer Handwerkerkolonie ein Kreativstandort entwickelt hat?

Hans-Gerd Nottenbohm: Genau genommen war das kein von uns gesteuerter Prozess. Zu Beginn des Union Gewerbehofs stand im Fokus, in Eigeninitiative kleinen Handwerksbetrieben die Möglichkeit zu geben, eine Existenz zu gründen. Erst in den Neunzigern kamen mehr und mehr Kreative dazu. Gerade das Internet hat viele Kreativbereiche erst wachsen lassen, denken wir allein an die Webdesigner. Die gab es früher nun einmal nicht. Designer, Fotografen oder Grafiker brauchen zwar Büroräume, doch meist reichen ihnen kleinere Objekte. Genau das können wir ihnen bieten. Dazu kommt, dass wir die Räume zu einer recht günstigen Miete anbieten können – ein wichtiger Faktor für die Kreativbranche, in der die wenigsten das große Geld machen. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der 70 Unternehmen im Union Gewerbehof aus dem Kunst- und Kreativbereich.

25 Jahre Bestehen sind heutzutage schon eine Hausnummer. Ist man darauf nicht ein bisschen stolz?

Natürlich. Wir haben hier einen ganz neuen Standort geschaffen. Die Identifikation der meisten unserer Mieter mit dem Gewerbehof ist sehr hoch. Inzwischen haben wir weitaus mehr Anfragen, als wir Kapazitäten haben. Wir müssen also auch schauen, inwiefern wir uns vergrößern können.

Ist das der Grund dafür, weshalb sich der Union Gewerbehof im Umbauquartier Rheinische Straße engagiert?

Auch. Früher waren wir hier so etwas wie ein Mikrokosmos, der hinter seinen Mauern eher autark agierte. Einer der Anlässe waa die Niederlassung der Neonaziszene direkt um die Ecke. Das hat auch für uns den Anstoß gegeben, unser Engagement im Viertel zu verstärken. Man muss sich mit vielen anderen zusammenschließen, um einer solchen Subkultur erfolgreich zu begegnen.

Ist das Dortmunder Westend denn jetzt das neue, angesagte Kreativquartier?

Jedenfalls gibt es vereinzelt Tendenzen dahin. Sicherlich lassen sich hier im Viertel zunehmend Kreative und Künstler nieder. Das hat allerdings vor allem einen Grund: Es gibt viele leer stehende Ladenlokale, die günstig zu mieten sind. Ideale Voraussetzungen, um Ateliers und Galerien einzurichten. Darüber bekommt man hier in der Gegend auch noch günstigen Wohnraum. Ob sich allerdings aus dem Viertel ein typisches Künstlerviertel entwickelt, bleibt abzuwarten. Ein zweites Notting Hill wird es sicherlich nicht.

Welche Rolle spielt denn das Dortmunder U dabei? Gibt es ein Jahr nach der Eröffnung Signale für seinen Einfluss auf das Viertel?

Sicherlich profitiert der eine oder andere Einzelhändler vom U. In der Kreativszene des Viertels spielt das U derzeit allerdings keine sichtbare Rolle. Doch: Man sieht es. Das war es aber auch schon. Es findet keine Kommunikation mit der kreativen Szene statt, die vom U ausgeht. Es ist genau genommen im Viertel nicht präsent. An der Stelle könnte man von einem Zentrum für Kunst und Kreativität sicherlich mehr erwarten.



Fotos: Holger Steffens




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Wed, 06.07.2011 0

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24.02.2010

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2 years 6 weeks ago
QUO VADIS, FZW?
3 years 8 weeks ago

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Metropole Ruhr
These days, more than 5 million inhabitants do experience the transformation of their post- industrial Ruhr area in the western part of Germany to an exciting European „place to be“, a budding metropolis in a post-Capital of Culture 2010 identification process with its industrial culture as part of a collective memory being a characteristic feature – and an orchestrated mass event.

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