Das Leben – eine Kunstgeschichte

Der Galerist Colmar Schulte-Goltz

Für Trends ist er nicht zu haben. Es ist die dauerhafte Qualität von Materialien und Dingen, die ihn treibt. „Ich bin konservativ“, sagt Colmar Schulte-Goltz, „und liebe Dinge, die eine lange Haltbarkeit garantieren. Der schnelle Verfall interessiert mich nicht.“ Kein Freund von Trends, aber immer am Puls der Zeit – der Essener Galerist präsentiert in seiner Galerie kunst-raum Werke von 30 internationalen Künstlern.

Johan de Buhr / Estelle Gottlob / Oliver Noelte / Colmar Schulte-Goltz / Fedor JEin bisschen argwöhnisch haben ihn Mitschüler schon gemustert, wenn Colmar Schulte-Goltz von jeder Klassenfahrt immer ein kleines Kunststück mitbrachte. Dabei, so berichtet der Galerist, sei es immer umgekehrt gewesen: Ein Kunststück habe sich ihn ausgesucht. „An jedem Ort, den ich bereise, findet mich etwas. Sei es ein Bild, ein Möbelkunstwerk, eine Keramik.” Seit Colmar Schulte-Goltz sechs Jahre alt war, sammelt er Kunst. Heute ist die Kunstsammlung des 37-Jährigen entsprechend groß. „Schon früh habe ich Bestände auch immer wieder verkauft. Das fing zum Beispiel mit Zigarettendosen an. Von dem Erlös wiederum habe ich mir neue Werke gekauft."

 

Kunstleidenschaft in die Wiege gelegt

Alpay EfeDas Fundament seiner Kunstleidenschaft wurde ihm in die Wiege gelegt, er entstammt einer sehr kunstsinnigen Familie. Die Eltern – der Vater Maschinenbauingenieur, die Mutter Waldorflehrerin – haben Kunst gesammelt und der kleine Colmar durfte sie schon früh zu Kunstauktionen begleiten. Auch die Großeltern und sogar die Urgroßmutter waren Kunsthändler. „Alle waren zudem sehr spiritistisch angehaucht”, sagt Colmar Schulte-Goltz – die Großmutter war auch Waldorfpädagogin – so dass er sich als Schüler der Dortmunder Rudolf-Steiner-Schule einen Abstecher auf die Schauspielbühne leistete. Das war im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. „Auf die Bühnenkunst wurde Gewicht gelegt, in der Waldorfschule”, sagt er. Sogar einen Freiplatz am Max-Reinhardt-Seminar stellte ihm seine Sprecherzieherin in Aussicht. „Aber ich wollte meinen eigenen Erkenntnisgewinn haben. Ich wollte nicht als Schauspieler als ein Medium fungieren. Eigentlich habe ich mich immer nur für Kunst und Kunstgeschichte interessiert.”
Das Studium der Kunstgeschichte, klassischen Archäologie und Neueren Geschichtswissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum schloss sich fast unvermeidlich an. Die Weichen wurden dort und auch andernorts gestellt: in Siena und in Paris, auf Kunstmessen, der Art Cologne, in Galerien, als Dozent, als Referent für Kulturmanagement – sogar für die Kriminalpolizei hat der Essener als Kunst-Experte gearbeitet. Verbindungen zu Künstlern wurden in dieser Zeit geknüpft und gefestigt.


kunst-raum als Schnittstelle zwischen Kunst und Markt

Die Eröffnung der eigenen Galerie folgte zwangsläufig – 2002 mit Partner Oliver Nölte. Heute finden sich in der Galerie kunst-raum auf der Rüttenscheider Straße Werke von 30 internationalen Künstlern aus den Sparten Fotografie, Malerei und Skulptur, etwa von Alpay Efe, der schon mit 23 Jahren seinen Weg in den kunst-raum gefunden hat.
Alle Kunstwerke müssen den Ansprüchen des Kunstexperten entsprechen: Ästhetik, Inhalt, Innovation, Individualität und authentische Wirkung. „Diese Punkte machen für mich ein Kunstwerk aus. Daran messe ich alles”, erklärt er. Es ist die Wertigkeit und Dauerhaftigkeit, die Colmar Schulte-Goltz schätzt: „Ich kann Kunst wertschätzen. Ich erkenne Qualität und kann sie als Agent zugleich verkaufen. Aber ich sehe über den Nutzwert hinaus, denn das Schönste an einem Werk ist, wenn ich etwas entdecke, das niemandem sonst aufgefallen ist. Dieses Selbst-Entdecken – das ist ein großes Geschenk. Das macht mir große Freude.”
Colmar Schulte-Goltz versteht sich im kunst-raum als Schnittstelle zwischen Kunst und Markt, als Dienstleister für Sammler und Künstler zugleich: „Ich rate Kunden auch schon mal von einem Kunstwerk ab. Schließlich soll sich der Besitzer ein ganzes Leben lang daran erfreuen. Seine Lebensqualität soll sich durch das Kunstwerk verbessern. Aber natürlich bin ich immer auch im Vermittlungsauftrag meiner Künstler unterwegs. Künstlern zum Erfolg zu verhelfen – eine wunderschöne Aufgabe."

Fotos: Sandra Anni Lang
Foto 1: Roman Weis
Foto2: Alpay Efe


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Sat, 29.01.2011 1

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Comments

Oh Colmar, you are so tight,

Oh Colmar, you are so tight, wenn du über Kunst sprichst, dann burnts... xD

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04.12.2009

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