
Theater der Welt - Kompanie erstürmt die Essener Innenstadt
- Series: Theater Wagen
Sie stapeln sich zwischen Baulücken, schmiegen sich in Häuserecken und überspringen Mauern. Traceure und Tänzer haben ihre Zuschauer an diesem 8. Juli 2010 auf einen Stadtspaziergang der ganz besonderen Art mitgenommen: Die Tanzkompanie Cie. Willi Dorner hat zum Urban Drifting durch die Essener Innenstadt eingeladen.

In der Performance Urban Drifting des österreichischen Choreografen Willi Dorner ist der Zuschauer aber nicht nur passiver Beobachter, sondern: Er muss mit. Mit zur Erstürmung des urbanen Raums. Doch zuvor wird er hin- und hergeschoben, von A nach B geschickt, muss sich immer wieder neu positionieren, immer neue Perspektiven suchen.
Das tun die 13 Artisten auch: Sie hangeln sich an einfachen Stühlen entlang, an Schränken, Leitern. Während sie das tun, erarbeiten sie sich die Söllingstraße im Ostviertel.
Von der Söllingstraße geht es Richtung Grillo-Theater, vorbei an Synagoge und City-Center und mitten durch die Münsterkirche, dem Dom zu Essen. Was anfänglich nicht jedem Besucher passt und als Maßregelung gedeutet wird, entpuppt sich zur Aufstellung des Spaziergangs als ein spannendes Katz- und Mausspiel: Wo sind die Tänzer und Parkourkünstler, welche Häuserschlucht, welche Parkbank, welchen U-Bahn-Schacht haben sie sich dieses Mal erobert? Wo müssen die Zuschauer suchen? Während der Suche werden sie immer wieder von den Artisten überholt, die sich stets über alle Widerstände hinwegsetzen.


Der Choreograph Willi Dorner ist einer von knapp 400 Künstlern im Theater der Welt vom 30. Juni bis 17. Juli in Mülheim und Essen.
Das Festival präsentiert in seiner 12. Ausgabe ein internationales spartenübergreifendes Programm mit rund 30 Produktionen, die sich an den Schnittstellen von Theater, Tanz, Oper, Musik, bildender Kunst und Performance bewegen. Insgesamt zehn Welt-, sechs Europa- und neun Deutschlandpremieren sind zu sehen.
Eine davon, eine Weltpremiere, begann heute in der Söllingstraße.
Weitere Termine:
- 09. Juli 13:00 Uhr
- 09. Juli 17:00 Uhr
- 10. Juli 13:00 Uhr
- 10. Juli 17:00 Uhr
Ort:
- Söllingschänke
- Söllingstraße 41
- Essen
- Dauer: 70 Minuten
- Eintritt frei
Weitere Informationen:
- Channel: Theater wagen
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ich kann dem Anwohner nur
ich kann dem Anwohner nur Recht geben.
Ich sage nur "HURZ"
Als Anwohner der
Als Anwohner der Söllingstraße war ich direkt mit den "Künstlern" konfrontiert und leider muß ich sagen, vielleicht einmal abgesehen von der "Performance" zum Kulturpfad Fest im Essener Stadtgarten, war diese Vorstellung das sinnfreiste, überflüssigste und hirnlosteste, was ich jeh gesehen habe!
Einmal ganz abgesehen davon, das die Anwohner eine ganze Woche praktisch nicht ihre Straße befahren konnten und in der Umgebung mühsam Parkplätze suchen mußten, geschweige denn Einkäufe nach Hause bringen konnten, war offensichtlich nicht nur ich, sondern auch einige Zuschauer von der dargebotenen Performance belustigt. Es kann nämlich eigentlich nur ein Scherz sein, wenn sich erwachsene Menschen auf dem Boden, auf und unter Stühlen und Tischen stapeln! Offenbar war es den Verantwortlichen sogar zu peinlich Eintritt für diese "Vorführung" zu verlangen und so war dieses Event nicht nur kostenlos, sondern sogar umsonst!! Die Akteure hätten einen besseren Beitrag für die Allgemeinheit leisten können, wenn sie sich in dem Altersheim in der Söllingstraße einen Tag um die Senioren gekümmert hätten!
Wenn so etwas als Kunst bezeichnet wird, dann bin ich stolz darauf ein Kunstbanause zu sein!
....... armes Deutschland
ist das gut
ist das gut: erstürmung des urbanen raum gegen alle widerstände. oder auch: neu-veröffentlichung des kommerziellen stadtraums gegen alle verwaltungs- und wirtschaftsinteressen? ist das zu böse, zu viel unterstellt? oder leiden städte einfach am regeldschungel, der sich selbst lahm-legt.... das ist lahm doch jetzt kapitain!
allein der name "urban drifting" - ob die künstler jemals auf einer konferenz von städteplanern auftreten werden? Wären sie dann im Herz des urban-standstills angekommen? Oder sind es nicht vielmehr die Bewohner und Bürger selbst die ihre Stadt in den Stillstand schicken, weil sie sich lieber um den Fernseher oder die Urlaubsreise kümmern? Kein Vorwurf, nur mal eine Frage: Wer macht denn die Widerstände, die hier überwunden werden?