Siedlungen - ungeliebte Relikte

Einst Symbol des Wachstums der Städte haben große und Großsiedlungen an Wert verloren. Die Betonklötze wurden schnell zum Inbegriff des inhumanen Städtebaus.

Sie zeichnen sich vor allem durch hohe Fluktuation und soziale Segregation aus. Sie sind soziale Brennpunkte. Angesichts der großen Probleme ´hat ein Umdenken stattgefunden, so auch in Bochum und in Oer-Erkenschwick.

Hustadt - eine Großsiedlung mit großen Problemen

Die Bochumer Hustadt, einst als Reformsiedlung geplant, hat diese Entwicklung durchlaufen. Hier leben mehr als 3.000 Menschen in Häusern mit bis zu 14 Etagen. Ein Viertel von ihnen sind Menschen mit Migrationshintergrund aus 50 Nationen.

Die Siedlung befindet sich zwischen der Universität und einem der Opelwerke. Eigentlich sollten hier Studenten und Arbeiter, Angestellte und Professoren eine Heimat finden, aber dies Konzept ging nie auf.

Mittlerweile ist der bauliche Zustand vieler Gebäude schlecht und vertreibt weitere Bewohner. Infrastruktur ist kaum vorhanden, der tägliche Bedarf kann nicht gedeckt werden.

Im Rahmen des Projektes "Stadtumbau West" wird der Fokus auf eine Umgestaltung des äußeren Erscheinungsbildes gelegt, so werden die Gebäude bunter gestaltet und Spielflächen für Kinder geschaffen. Für Familien soll die Hustadt attraktiv werden, aber auch für ältere Menschen. Studentenwohngemeinschaften werden wiederbelebt.

Es wird jedoch lange dauern, bis soziale Korrekturen nachgewachsen sind, auch wenn die Initiativen in der Hustadt sehr engagiert arbeiten. Der Vernachlässigungsgrad ist noch zu hoch.

Schillerpark in Oer-Erkenschwick

Im Schillerpark in Oer-Erkenschwick wurden andere Wege beschritten. Hier war der demographische Wandel der Grund, um weiter zu denken und das Areal umzubauen.

Die Siedlung wurde in den 70er Jahren mit 221 Wohnungen errichtet, davon 66 Wohnungen für ältere Menschen. Die Gebäude in Terassenform hatten neun oder zwölf Etagen. Durch Segregation und Stigmatisierung kippte auch diese Siedlung um und wurde gemieden.

Hier wurde ein glatter Schnitt gemacht: geordneter Rückbau, um das verbliebene Ensemble für eine sozial ausgewogene Bewohnerstruktur interessant zu machen. Auch optisch passt es nun besser in die Landschaft.

Die Siedlung wurde um rund Wohnungen verkleinert, indem die Höhe auf vier oder fünf Etagen gekürzt wurde. Mehrere Wohnungen wurden neu errichtet, auch mit Penthousewohnungen. Älteren Menschen stehen gezielte Dienstleistungen eines nahe gelegenen Seniorenheims zur Verfügung.

Rund um die Häuser wurden Rasenflächen und Wege angelegt mit kleinen Brücken, Mauergestaltungen und Aufenthaltsbereichen. Das Areal ist den Stadtvillen nachempfunden und wird angenommen.

Lag der Leerstand 2002 noch bei 15 Prozent, so ist er heute bei Null Prozent angekommen. Die Umgestaltung der Siedlung und eine Öffnung zur Innenstadt ist gelungen.
 

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Mon, 29.03.2010 0

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04.12.2009

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Metropole Ruhr
These days, more than 5 million inhabitants do experience the transformation of their post- industrial Ruhr area in the western part of Germany to an exciting European „place to be“, a budding metropolis in a post-Capital of Culture 2010 identification process with its industrial culture as part of a collective memory being a characteristic feature – and an orchestrated mass event.

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