
Der Bang Boom Bang-Komplex
„Bang Boom Bang ist der wichtigste Ruhrgebietsfilm der vergangenen 20 Jahre. Die Handlung ist banal, aber Charaktere, Sprache und Ausstattung sind 100% Ruhrgebiet.“ Das findet Olaf Sundermeyer in seinem Buch „Der Pott“, das in zwölf Teilkapiteln das Ruhrgebiet zwischen Fiege, Fußball und Volkstheater beleuchtet.
Ein Problem hat Sundermeyer. Er ist in Dortmund geboren, ist aber in Folge eines allgemeinen Abwanderungswillen nach Berlin gegangen und arbeitet dort als Journalist. Anlässlich der Kulturhauptstadt hat er sich zurück begeben und erklärt den Lesern mit seinem Buch "Der Pott" das Ruhrgebiet.
Von außen muss das Ruhrgebiet tatsächlich etwas Verklärendes haben, so dass man dort immer denkt, alle Menschen hier wären ehrlich, direkt, herzlich und solidarisch. Sundermeyers Selbstversuch ist eher eine Art self-fulfilling-prophecy, so dass irgendwann selbst in einer Wäscheleine "ein Stück Ruhrgebiet" gesehen werden kann. Und was "Bang Boom Bang" zeigt, bestätigt Sundermeyer: Die Menschen hier sind meist dumm, aber ziemlich lustig - ehrliche, einfache Leute eben.
Letztlich schreibt Sundermeyer oftmals wie ein Zoologe über eine tapsige, vom Aussterben bedrohte aber absolut schützenswerte Tierart.

Teaserfoto: Universal
Similar Content
Branch
Recent Tweets

































