without prospects
Künstler: Morris Vianden
Projektbeschreibung
Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Reflexion über neue Formen der Darstellung und Wahrnehmung von Perspektive. Es stellt sich die Frage, welche Vorstellung von 'Realität' der Mensch mit seiner zur Verfügung stehenden Sensorik gewinnt und inwieweit sich eine Annäherung an 'Realität' bewerkstelligen lässt.
Im inhaltlichen Fokus der Arbeit stehen zufällige Begegnungen von Personen im urbanen öffentlichen Raum. Die auftretenden Charaktere greifen formale Aspekte, eben jene der Perspektive, wieder auf. So wird der Begriff der 'Perspektivlosigkeit' in vorliegender Arbeit in zweierlei Hinsicht dargestellt.
Die Zentralperspektive. Bedeutung im kunsthistorischen Kontext
Die Entdeckung der Zentralperspektive eröffnete den Malern der Renaissance einen enormen Zuwachs künstlerischer Darstellungsmöglichkeiten.
Die Tiefenwirkung ermöglichte sowohl eine Erweiterung der räumlichen Darstellung, als auch eine neue Form bildlicher Darstellung von Zeitabläufen und erlaubte damit eine zweidimensionalen Reproduktion zu imitieren. Seither finden Gesetzmäßigkeiten, die uns die Perspektive vorgibt, Anwendung in der korrekten Darstellung räumlicher Objekte.
Bis in die Gegenwart wird mit den Vorgaben die sich aus der Perspektive ergeben experimentiert, sei es in deren Negation (Picasso) oder in deren Verfremdung (Escher).
Axonometrie
Die Parallelperspektive oder sogenannte Axonometrie findet in der vorliegenden Arbeit ihre Anwendung. Dieser Form der Darstellung begegnet man in der Architektur und in diversen Bereichen der Technik. Parallel verlaufende Linien werden hierbei auch parallel wiedergegeben und verlaufen nicht perspektivisch verzerrt auf einen oder mehrere Fluchtpunkte zu (vergl. Abb.1,2.).


Grundlage der Arbeit ist die Technik der Photogrammetrie. Sie ermöglicht die berührungslose Rekonstruktion von räumlichen Objekten aus deren fotografisch festgehaltenen Strahlungen.
Die Anwendung der Axonometrie auf die Photogrammetrie führt zu einer Verfremdung des dargestellten Motivs, da die Zentralperspektive durch eine Parallelperspektive ersetzt wird. Durch diesen Prozess verliert das Motiv auch an räumlicher Tiefe.
Über den Künstler
* 1981, Deutschland
Studium
2004 bis 2006 Kunstgeschichte/ Philosophie/ Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster
2006 Beginn des Studiums an der Kunstakademie Münster
2007 Studium in der Klasse von Suchan Kinoshita
2008 Studium in der Klasse von Andreas Köpnick
2010 Studium in der Klasse Michael van Ofen
2010/11 Studienparlamentsvorsitzender
2011 Ernennung zum Meisterschüler von Andreas Köpnick
Ausstellungen
2010-2012 'Einwohner', 'Auswohner', Photographien (Mittelformat), Ausstellung 'Vierzehn Antworten auf die Frage nach Photographie' in der NRW.BANK Münster
2010-2015 'Tau', Virtuelle Ausstellung http://www.opunkttpunkt.net/
2010 Cybernetics – 'FERNER LIEFEN', autointeraktive Videoinstallation, Hauptbahnhof Münster
2010 'Schräggradaus – 10 Jahre Fylmklasse an der Kunstakademie Münster', Cineplex Münster
2011 'Phoneguy - Rescue', Internationales Videofestival Bochum
2011 'Phoneguy - Rescue', Filmfestival Münster
Filmographie (Auswahl)
-'kalte Platte', 2009-2010
-'hohles Räuspern', 2010-2011
-Musikvideo für die Gruppe Nadiamar, 2010
-'Vierzehn Antworten auf die Frage nach Photographie', Dokumentation, 2010
-'Pithecanthropus – Der Affenmann', SW/Super8, 2011
-Musikvideo für die Gruppe Nadiamar, 2011
-Musikvideo für die Gruppe Phoneguy, 2011
-'Seashore', Island 2011
-Montepulciano Interdisziplinär, Kolleg für Musik und Kunst,
Dokumentation, 2011
-'toter Winkel', 2012
Über been out, vol. 1
been out, vol. 1 ist ein spartenübergreifendes Ausstellungslabor für junge Gegenwartskunst und künstlerische Innovationen aus den Bereichen zeitgenössischer Kunst, Medienkunst, digitaler und Gegenwartskultur. In Zeiten von Crossmedia und viralem Marketing fragt been out, vol. 1, organisiert von Bohème Précaire in Kooperation mit 2010LAB.tv, danach, wie die Kunst der „Digital Natives“ aussieht. Wie reflektiert Kunst dieses kulturelle Phänomen, wie arbeitet sie mit ihm, geht sie mit ihm um, reagiert sie?
Aufbrechen, die Perspektive wechseln, nach draußen gehen – been out, vol. 1 – das 3. Bohème Précaire-Festival für junge Gegenwartskunst – bedeutet:
Bewegung. Weg vom elitären Kunstbegriff, hinein in den Stadtraum. Gemeinsam mit den KünstlerInnen unternimmt "been out, vol. 1" den Versuch, eine neue Art von interdisziplinärem Wissen durch Austausch und kollaboratives Arbeiten zu erschaffen, neue Positionen zeitgenössischer Kunst vorzustellen, zukünftige Projekte zu konzipieren und sie umzusetzen. Im Mittelpunkt des Calls steht die Auseinandersetzung von künstlerischen Strategien mit öffentlichen, urbanen Räumen.
kunst.labor ist die Online Galerie von been out, vol. 1.
Weitere Informationen: www.bohemeprecaire.com
Und: www.facebook.com/beenout
Kommentar hinzufügen
Ähnliche Beiträge
Mehr Beiträge des Autors
Thema
Stadt
Branche
Aktuelle Tweets



































