Wir sind das Ruhrgebiet! Heute schon bei Spiegel online gewesen?

Vorhin surfe ich so durch Spiegel online und was sehe ich: "Wir sind das Ruhrgebiet" und zwar in der Rubrik "Reiseziele des Monats". So, so, denkt sich die geneigte Leserin und forscht weiter. Was schreiben denn die Kollegen so?

Was lese ich da? "Der Porno-Pate zeigt sein Revier".  Kurz gesagt: Michael Schey, alias Harry S. Morgan, Fotograf, dann Bildjournalist für das Mädchen auf Seite 1 der Bild, der sich später auf Pornofotografie verlegt hat und der davon berichtet, wie er im Job aller Illusionen beraubt wurde: "...Weil ich wollte ja noch Kunst machen... Alles ausleuchten, man muss das letzte Schamhaar sehen. Damals gab es das ja noch, Schamhaare." Aha, sehr interessant. Feuchtgebiete zwischen Rhein, Ruhr und Streuselkuchen.

Und was sehe ich hier: "Der Schlagergott mit traurigen Augen": "Ja hallo, ich bin der Rene Pascal, Schlagergott aus dem Kohlenpott und überall bekannt...". Mir bisher nicht, aber jetzt, dank Spiegel-online. Ok, Schlager ist auch nicht mein bevorzugter Musikstil. 

Irritation macht sich breit. Bin ich spießig?

Dann "Essen: Eine Bude stirbt". Fühle mich langsam reif für die Couch. Oder "Bochum: Einfahrt in den Kohlenschlund". Alles klar, darf wohl einfach nicht fehlen: "Brot teilende Kumpane", eben.Und noch was Typisches: "Duisburg: Rekordkletterer im Erz-Friedhof". Von Ruhrpott-Alpinisten im Kohlebecken-Kletterpark. Oder "Dortmund: Der Hooligan-Dompteur". Schwarz-gelbe Geschichten zum Thema "Gesunde Rivalität ist ok". Fans halt.

Zurück in den Westen: "Duisburg: Mädchen-Mangas aus der Stahlstadt". Wir arbeiten uns langsam in Richtung Kreativabteilung vor.

Jetzt wird es sympathisch: "Essen: Das beste Steak im Pott". Gebongt beim nächsten Essen in Essen bin ich bei Estevan Abila im "La Boca". P.S. Spiegel-online: BUs mal auf Tipper checken ;-)

Noch ein kleiner Exkurs ins Nachtleben "Essen: Tabledance im Todesstern". Schon wieder Tod im Titel! Dabei sehen die im Hotel Shanghai doch ganz fit aus in dem Clip. 

Juchhu und jetzt Pia: "Dortmund: Hintern im Hinterhof". Wie sie von Olivenholzmaserung als Tatoos spricht... Stimmt, habe den Popo auch schon fachlich unter die Lupe genommen und einer Streichelprobe unterzogen bei Ihrer Vernissage im Atelier vor 10 Tagen. Lohnt sich, im Übrigen, bei Ihr im Hinterhof mal vorbeizuschauen.

So und jetzt endlich die Rettung, mal was Vernünftiges: "Dortmund: So überleben Sie das Ruhrgebiet" Perik: "Wofür ist die bunte Plastikgabel erfunden worden? ... Willze noch einen?" Oder man hat ja schon Kölner mit Dortmundern reden sehen..."  Was meint er? Logisch, die Rede ist von den unvermeidlichen samstäglichen Trikotträgern, die sich am Tresen beim kühlen Blonden begegnen. Mehr davon in der "Gebrauchsanweisung für das Ruhrgebiet" von Peter-Erik Hillenbach.

Tja, ohne Frage, eine teils skurrile Mischung von Menschen. Authentisch und ungeschminkt. Genau "Hübsch hässlich haben wir´s hier", Perik, und "Woanders iss auch Scheiße." Frank Goosen sei Dank.

Di, 27.04.2010 0

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06.01.2010

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