Wie Geschichten entstehen – Ruhrgestalten

Fünf Jungs, eine gemeinsame Idee und ganz viele Ideale. So kommt die Kreativkommune frisch und fröhlich, frech und frei, verrückt und verrucht daher und haut mal einfach ein neues Magazin auf den Metropolenmarkt mit dem ebenso bescheidenen wie zurückhaltenden Anspruch „Dein neues Lieblingsmagazin“.
 
Da kann man sich ja nur ergeben oder? Zumal das Konzept, die Inhalte, das Design „Bock machen“, um es mit den Worten von Florian Kolominski, einem der beiden Gestalter und noch Design-Student an der FH Dortmund, zu sagen. Weitere Infos zum Team, im Übrigen, im Blogbeitrag von Oliver Daniel Sopalla.
 

Klassische Zutaten für einen Blog

Aber erst mal zu den Fakten: Seit Anfang 2010 erscheint monatlich ein DIN A-6-großes – stimmt eigentlich auch nicht wirklich, etwa 26 Seiten umfassendes– und da geht es munter weiter: wie zähle ich die Seiten eigentlich?, kostenloses Magazin in einer Auflage von 1000 Exemplaren, das an ausgewählten Locations in Dortmund, Bochum, Essen und Herne, der Heimatstadt von Ruhrgestalten, ausliegt. Oder anders gesagt: es erscheint ein Magazin, das zwar im DIN A-6-Format daherkommt, aber mit Aufklappseiten mitunter auch DIN A-4 groß ist, die einfach herauszutrennen sind und dann als kleines Poster funktionieren.

Nun zu den Geschichten. Sie wirken spontan, persönlich, individuell und so gar nicht Mainstream. Eben handverlesen, kurz und knackig formuliert und oftmals selbst erlebt. Klassische Zutaten für einen Blog, wie wir es aus dem Web kennen. Aber Ruhrgestalten ist eben nicht virtuell, sondern Wort und Bild in Farbe auf Papier gedruckt. Und damit eben auch jedes Mal ein Wagnis für die Produzenten. Sie machen zwar viel selbst, so fotografieren und schreiben sie meist selber, die Gestaltung ist komplette Eigenleistung, die Endverarbeitung, die Klebebindung der Magazine auch, die Distribution sowieso und natürlich die Anzeigenakquise. Bleibt also noch der Druck und der ist in guter Qualität im Off-Set-Verfahren hergestellt. An der Qualität wird nicht gespart.

Innovation aus Intuition

„Wir könnten unser Magazin auch über´n Kopierer produzieren. Ist aber nicht schön halt“, so Florian im Gespräch mit anderen Magazinmachern und Designern beim letzten „Langen Donnerstag“ im Dortmunder e-port. Getreu der Devise „Machen, was Spaß macht“ ist so intuitiv eine Innovation entstanden, die vom unternehmerischen Risiko überschaubar bleibt. So unterstehen die Magazinmacher keinen externen Zwängen, denn sie geben im Eigenverlag heraus und wenn nicht genügend Anzeigen zusammenkommen, dann wird der Erscheinungstermin eben geschoben, was aber bisher noch nicht notwendig war. Bisher gehen die Ruhrgestalten plus/minus Null nach Hause. Können also [(noch) Anmerkung der Autorin] nicht davon leben, aber das „wäre auch langweilig“. Ok, das bleibt einfach mal abzuwarten, wie lange der kreative Altruismus anhält, aber da ich sowieso davon ausgehe, dass es den Ruhrgestalten gelingt, mit ihrem Magazin finanziell erfolgreicher zu werden, stellt sich die Frage wohl gar nicht mehr in Zukunft. Zumal Florian und Jerome Vazhayil, der Texter und Organisator im Team, schon jetzt feststellen, dass das Magazin als Türöffner für andere Projekte gut funktioniert. Jerome ist zum Beispiel in der Musik- und Clubszene unterwegs und die anderen im Team bringen weitere Kompetenzen mit. Das Gestalten wird sich sicherlich nicht auf das Layouten von Magazinen beschränken, sondern auch Räume, Events und Objekte gehören zum Repertoire.

So laufen also junge, neugierige Menschen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, erleben diese intensiver als andere und machen aus ihren Erfahrungen Geschichten, wie zum Beispiel die Begegnung mit zwei Jungs, die mit einem Laminatbrett unter dem Arm über eine verschneite Straße laufen und Jerome stutzig werden lassen, der sich fragt: was machen die mit einem Laminatbrett unter dem Arm auf der Straße? Die Antwort war im Magazin zu lesen: sie waren auf dem Weg zu einem Mikrohügel, wie Jerome berichtet, um diesen auf dem Brett herunter zu surfen. Oder Florian, der nach der Wiedereröffnung des Essener Hauptbahnhofs den Fußgängertunnel an Gleis 21 nicht mehr wiedererkennt. Aus der Angströhre ist ein weiß gekachelter Durchgang geworden, der auch in tiefer Nacht in hellem Tageslicht erstrahlt und eine, so Florian zu Jerome, „total geile Location für ein nächtliches Fotoshooting“ wäre. Wir können also schon gespannt sein, wie die Story in einer der nächsten Ausgaben ausgeht.

Sa, 27.03.2010 2

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Kommentare

Warum 4

Hallo festivalfan,
Ruhrgestalten ist Modular Konzipiert, d.h wir können jederzeit weitere oder andere Städte wie z.B Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herten, oder Duisburg in unser Magazin mitaufnehmen.

Wir sind im Januar gestartet schreiben, informieren, und produzieren momentan eine 1.000 Auflage die für die 4 Städte in denen wir damit auch ausliegen, so gerade reicht.

*** Gib uns noch etwas Zeit. ^^

Lieben gruß Florian*

Warum nicht in anderen Städten?

"Dortmund, Bochum, Essen und Herne". Warum liegen nicht auch ein paar Ausgaben in Duisburg oder anderen Städten des Ruhrgebiets?

Über den Autor

06.01.2010

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