
Wie ein lebendiges Fußballmuseum: 3x2x15 Minuten bis zum SuperPott 2010
Jetzt wo das Kulturhauptstadtjahr zu Ende geht, da kann man wohl auch vieles gelassener Angehen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, mit welcher Entspanntheit man zum einen den abermals größtenteils an der frischen Luft des Winters stattfindenden Abschlussveranstaltungen entgegensieht, nachdem man ja bei der Eröffnung im Januar der Katastrophe zum Auftakt gerade noch so von der Schneeschippe gesprungen ist. Und anders ist auch eine der letzten Veranstaltungen nicht zu erklären, die die RUHR.2010-Macher erst Mitte November aus dem Hut zauberten. Kommenden Sonntag geht es um den SuperPott. Keine Kultur, einfach nur Sport.
Es war anno 1997, da war das Ruhrgebiet nämlich ganz oben. Zwar in keinem Wirtschaftsranking (braucht eh kein Mensch und die Platzierung im hinteren Mittelfeld ist gute Tradition), dafür aber im deutschen Profifußball. „Deutschlands Fußballherz schlägt im Revier“ musste sogar Franz Beckenbauer konstatieren. Damals sicherte Lars Ricken mit einem sehenswerten Heber Borussia Dortmund den Gewinn der Champions League gegen Juventus Turin. Da ging es fast unter, dass Schalke 04 mit dem UEFA-Cup auch den zweitwichtigsten europäischen Titel einfuhr - und das immerhin gegen eine Hausnummer wie Inter Mailand. Und der dritte „Große“ im Pott, der VfL Bochum qualifizierte sich für den UEFA-Cup. Wahrlich auch keine Selbstverständlichkeit in der unkonstanten Vereinsgeschichte. (Der MSV Duisburg schaffte zwar nichts dergleichen, wurde in der Bundesliga aber immerhin Neunter, das wollen wir an dieser Stelle auch nicht vergessen.)
Promis im Ruhrgebiet
Und das waren noch Namen damals: Im Tor von Borussia Dortmund stand ein Stefan Klos, davor stand ein Bollwerk aus Jürgen Kohler und Julio Cesar. Im Mittelfeld wurde der Schotte Paul Lambert zum Publikumsliebling und hielt Andy Möller den Rücken frei. Der heutige Sportdirektor Michael Zorc verwandelte in schöner Regelmäßigkeit seine Elfer. Vorne stürmte sie mit dem berüchtigten Babysturm aus Lars Ricken und Ibrahim Tanko, weil Goalgetter Stéphane Chapuisat mit Kreuzbandrissen kämpfen musste (beiden ist dann leider die große Karriere verwehrt geblieben).
Und auch die Schalker hatten denkwürdige Personalien: Jens Lehmann stand damals noch im Schalker Tor, davor spielten Yves Eigenrauch und Thomas Linke, Marc „das Kampfschwein“ Wilmots sammelte Meilen und im Sturm sorgte Youri Mulder für Zählbares.
Auch die Bochumer Namen von damals fallen heute in der Krise wieder öfters am Stammtisch. Die hatten Thomas Ernst oder Uwe Gospodarek im Tor, Thomasz Waldoch räumte davor auf, Delron Buckley brachte manchmal Schwung ins Spiel, dazu Peter Peschel, Kai Michalke und natürlich der ewige Bochumer Dariusz Wosz.
Und was hat das mit der Kulturhauptstadt zu tun? Pleitgen versteht Fußball als Bindeglied zwischen dem historischen und modernen Ruhrgebiet. Schade nur, dass in der Moderne nur ein Club seinen Beitrag für die regionale Fußballkultur zu leisten vermag. Aber immerhin ist es der richtige.
Es war anno 1997, da war das Ruhrgebiet nämlich ganz oben. Zwar in keinem Wirtschaftsranking (braucht eh kein Mensch und die Platzierung im hinteren Mittelfeld ist gute Tradition), dafür aber im deutschen Profifußball. „Deutschlands Fußballherz schlägt im Revier“ musste sogar Franz Beckenbauer konstatieren. Damals sicherte Lars Ricken mit einem sehenswerten Heber Borussia Dortmund den Gewinn der Champions League gegen Juventus Turin. Da ging es fast unter, dass Schalke 04 mit dem UEFA-Cup auch den zweitwichtigsten europäischen Titel einfuhr - und das immerhin gegen eine Hausnummer wie Inter Mailand. Und der dritte „Große“ im Pott, der VfL Bochum qualifizierte sich für den UEFA-Cup. Wahrlich auch keine Selbstverständlichkeit in der unkonstanten Vereinsgeschichte. (Der MSV Duisburg schaffte zwar nichts dergleichen, wurde in der Bundesliga aber immerhin Neunter, das wollen wir an dieser Stelle auch nicht vergessen.)
Promis im Ruhrgebiet
Und das waren noch Namen damals: Im Tor von Borussia Dortmund stand ein Stefan Klos, davor stand ein Bollwerk aus Jürgen Kohler und Julio Cesar. Im Mittelfeld wurde der Schotte Paul Lambert zum Publikumsliebling und hielt Andy Möller den Rücken frei. Der heutige Sportdirektor Michael Zorc verwandelte in schöner Regelmäßigkeit seine Elfer. Vorne stürmte sie mit dem berüchtigten Babysturm aus Lars Ricken und Ibrahim Tanko, weil Goalgetter Stéphane Chapuisat mit Kreuzbandrissen kämpfen musste (beiden ist dann leider die große Karriere verwehrt geblieben).
Und auch die Schalker hatten denkwürdige Personalien: Jens Lehmann stand damals noch im Schalker Tor, davor spielten Yves Eigenrauch und Thomas Linke, Marc „das Kampfschwein“ Wilmots sammelte Meilen und im Sturm sorgte Youri Mulder für Zählbares.
Auch die Bochumer Namen von damals fallen heute in der Krise wieder öfters am Stammtisch. Die hatten Thomas Ernst oder Uwe Gospodarek im Tor, Thomasz Waldoch räumte davor auf, Delron Buckley brachte manchmal Schwung ins Spiel, dazu Peter Peschel, Kai Michalke und natürlich der ewige Bochumer Dariusz Wosz.
Goldene Zeiten beim Fußball
Und was hat das mit der Kulturhauptstadt zu tun? Pleitgen versteht Fußball als Bindeglied zwischen dem historischen und modernen Ruhrgebiet. Schade nur, dass in der Moderne nur ein Club seinen Beitrag für die regionale Fußballkultur zu leisten vermag. Aber immerhin ist es der richtige.
Fotos
Teaserfoto v.l.n.r.: Dariusz Wosz (VfL Bochum), Fritz Pleitgen (Vorsitzender der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH) und Andreas Müller (Schalke 04) bei der SuperPott 2010 Präsentation.
Links im Bild etwas allein gelassen: Rudi Assauer
Foto: RUHR.2010/Jan Pauly
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Mo, 13.12.2010
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SuperPott wird verlegt
Finale
Und ne, was war das ein Stress mit dem Finale gegen Inter. Kollege und ich wollten unser Taschengeld aufbessern und eine im VVK mit Ellebogeneinsatz hart erkämpfte Karte in der pre-ebay-Zeit via NRZ-Kleinanzeige auf VB verschachern wollen.
Das gab wegen 100 Anrufen an zwei Tagen erst mächtig Ärger von Mutter, dann heikle Post vom Verein und am Ende haben uns die 200 Mark für die vertickte Karte auch nie erreicht.
Vom Hinspiel dann dank Sangria-Nebel in der Nordkurve nicht viel mitbekommen, aber beim 20m-Treffer von Wilmots zum 1:0-Sieg zum Glück ausreichend bei Sinnen. Lehmann im Elfer-Krimi von Mailand, wir bei Henna Braam im Keller, dann alles klar gemacht.
Apropos Müller
Jaja, der Andi Mülla, der hat ja damals anno 1996 mit seinem Kopfballtor auf Vorlage von Magic Prus zum 2:1 gegen die Bayern inne 85. Minute kurz vor Saisonende das erste internationale Gastspiel vonne Schalker seit ewigen Zeiten unna Dach und Fach gebracht. Zehn Minuten später hatte ich dann mein Stück Parkstadionrasen aus- und spät abends im heimischen Balkonkübel wieder eingegraben.